Burg Hanstein

Bornhagen

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Die Burg Hanstein ist eine Burgruine bei Bornhagen im thüringischen Landkreis Eichsfeld und gilt als eine der größten Burgruinen Mitteldeutschlands. == Geographische Lage == Die Ruine der Höhenburg befindet sich etwa 4 km südsüdöstlich des Dreiländerecks Hessen–Niedersachsen–Thüringen, das jenseits des burgnahen Stürzlieder Bergs an den Schmiedeköpfen liegt. Sie steht am Übergangsbereich der Neuseesen-Werleshäuser Höhen im Nordwesten zum Höheberg im Südosten auf einer etwa 390 m ü. NHN hohen Bergkuppe. Etwas nördlich bis nordöstlich unterhalb der Burg liegt mit Bornhagen der Kernort der gleichnamigen Gemeinde und direkt ostsüdöstlich bis südlich dessen Ortsteil Rimbach.

Kategorie des Ortes
Schloss
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Bornhagen

Beschreibung

Die Burg Hanstein ist eine Burgruine bei Bornhagen im thüringischen Landkreis Eichsfeld und gilt als eine der größten Burgruinen Mitteldeutschlands.

Geographische Lage

Die Ruine der Höhenburg befindet sich etwa 4 km südsüdöstlich des Dreiländerecks Hessen–Niedersachsen–Thüringen, das jenseits des burgnahen Stürzlieder Bergs an den Schmiedeköpfen liegt. Sie steht am Übergangsbereich der Neuseesen-Werleshäuser Höhen im Nordwesten zum Höheberg im Südosten auf einer etwa 390 m ü. NHN hohen Bergkuppe. Etwas nördlich bis nordöstlich unterhalb der Burg liegt mit Bornhagen der Kernort der gleichnamigen Gemeinde und direkt ostsüdöstlich bis südlich dessen Ortsteil Rimbach. Nach Westen fällt die Landschaft in das Tal des kleinen Friesenbachs ab, dessen Wasser durch den Siesterbach beim hessischen Werleshausen in die burgnahe Werra mündet. Jenseits der Werra liegt die hessische Burg Ludwigstein.

Namensherkunft

Für den Namen „Hanstein“ gibt es zwei Herleitungsmöglichkeiten:

  • die Ableitung vom ahd. hano für den Hahn
  • die Ableitung von Hagan (lat. indago) für Hagen, das heißt für einen mit Wall und Graben umgebenen Ort, wird als wahrscheinlich angenommen.

Geschichte

Früher

Die ältere Annahme einer ersten urkundlichen Erwähnung der Burg Hanstein im 9. Jahrhundert in den „Traditionen“ (Schenkungsnotizen) des Klosters Corvey ist durch die neuere Forschung überholt; der dort erwähnte Ort „Haanstedihus“ bezeichnet eine der beiden heutigen Gemeinden Hanstedt (Nordheide) oder Hanstedt (Landkreis Uelzen). Die älteste bislang bekannt gewordene Erwähnung der Burg Hanstein gibt vielmehr erst Lampert von Hersfeld anlässlich ihrer Zerstörung durch Heinrich IV. im Jahre 1070. Die Burg, die im Besitz des Grafen Otto von Northeim war, muss also einige Zeit vor 1070 errichtet worden sein. Ihre Zerstörung durch den König zeigt ihre Bedeutung für diesen Teil des hochmittelalterlichen Stammesherzogtums Sachsen und für den sächsischen Adel (vgl. Sachsenkrieg (Heinrich IV.)). Ob die Vorgängerburg an der Stelle der heutigen Burgruine oder auf dem Berghang der benachbarten Junkerkuppe gestanden hat, ist nicht eindeutig belegt.

Vermutlich aus dem Erbe der 1144 ausgestorbenen Grafen von Northeim gelangte die Burg in welfischen Besitz. Im Teilungsvertrag der Söhne Heinrichs des Löwen von 1202 ist sie genannt, durch Heinrichs jüngsten Sohn Otto IV. gelangte sie 1209 an den Mainzer Erzbischof. In dessen Auftrag begannen Heinrich und Lippold von Hanstein 1308 mit dem Bau der heutigen Burg – „erst aus Holz, dann nach und nach aus Stein“. Im erblichen Besitz der Burg als strategisch wichtige Grenzfestung des mainzischen Eichsfeldes betrieben die Herren von Hanstein im 14. und 15. Jahrhundert eine planvolle Politik des Besitzerwerbs und der Besitzarrondierung, wodurch schließlich das adlige Gericht Hanstein entstand, das 21 Dörfer umfasste. Da den Herren von Hanstein der Erwerb einer Stadtherrschaft nicht gelang, waren sie in beiden Jahrhunderten von der wirtschaftlichen Entwicklung abgeschnitten und sahen sich zeitweise zum Raubrittertum gezwungen. Dagegen und zum Schutz der Handelsstraße durch das Werratal ließ Landgraf Ludwig I. von Hessen im Jahre 1415 die Burg Ludwigstein errichten.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von schwedischen Truppen teilweise zerstört und seitdem nicht mehr dauerhaft bewohnt. Sie diente jedoch noch lange als Treffpunkt der verschiedenen Linien des Hauses Hanstein. Zu diesem Zweck wurde zwischen 1838 und 1840 ein neuer Saal erbaut. Zudem wurden Teile der Burg vorübergehend als Gefängnis genutzt.

Durch die direkte Lage an der innerdeutschen Grenze wurde der Nordturm als Beobachtungsposten der DDR-Grenztruppen genutzt. Seit 1985 werden wieder denkmalpflegerische Arbeiten an der Ruine vorgenommen, unterstützt vom ortsansässigen Heimatverein.

In der katholischen Kirche von Bornhagen-Rimbach ist der Dreiflügelaltar aus der ehemaligen Burgkapelle ausgestellt.

Heute

Die Burgruine Hanstein war bis weit in das 20. Jahrhundert ein beliebtes Wanderziel Göttinger Studenten. Alljährlich findet am ersten Augustwochenende ein Mittelalterfest statt, das sich großer Beliebtheit erfreut und über 13.000 Besucher anzieht. Touristische Projekte, die zur Erschließung der Burg und ihrer Geschichte dienen, sind beispielsweise der Hansteiner Burgfrieden und ein nach altem Vorbild angelegter Weinberg sowie ein Kräutergarten. Unterhalb der Burg Hanstein befindet sich der Klausenhof, ein altes Wirtshaus mit historischer Herberge, das in enger Verbindung mit der Burg Hanstein steht und einst zu deren Gütern zählte.

Am 3. Februar 2011 erschien von der Deutschen Post eine 90 Cent Briefmarke mit dem Motiv Zweiburgenblick im Werratal, das die Burg Ludwigstein in Hessen und die Burgruine Hanstein in Thüringen zu beiden Seiten der Werra zeigt.

Burgmänner

Da die ursprünglichen Besitzer der Burg Hanstein (Northeimer, Welfen, Kurmainz) weit entfernt wohnten, setzen diese Burggrafen oder Burgvögte zur Erhaltung und Verwaltung von Burg und Gerichtsbezirk ein. Folgende Burgmänner sind nachweisbar:

  • 1138 Ulrich von Hanstein
  • 1145 Boppo von Hanstein, 1170 Poppo von Hanstein (auch als Burggraf bezeichnet: Comes Poppo de Hanensten), beide Namensträger von Hanstein sind nicht verwandt mit der späteren Adelsfamilie von Hanstein
  • ab 1230 als Burglehen an die Herren von Hanstein
    • 1236 Heidenreich von Hanstein
  • nach 1280 Hermann von Spangenberg
  • 1296–1299 Friedrich von Rosdorf und Dietrich von Hardenberg
  • 1312 Heinrich und Lupold von Hanstein nach Vertragsabschluss und Neubau der Burg als Erbburgmänner
  • 1324 werden nochmals andere Burgmänner, unter anderem Bertold von Hunoldshausen, Johannes von Gandera genannt

Aussichtspunkt

Der Nordturm der Burg Hanstein ist ein guter Aussichtspunkt in der Region des nahen Dreiländerecks Hessen–Niedersachsen–Thüringen. Das Panorama umfasst unter anderem den Hohen Meißner, den Kaufunger Wald, das Leinebergland und das Eichsfeld. Bei klarem Wetter ist im Nordosten der Harz mit dem Brocken zu sehen.

Trivia

Einige Szenen des Spielfilms Der Medicus (2013) wurden auf der Burg Hanstein gedreht.

Galerie

Literatur

  • Carl Philipp von Hanstein: Urkundliche Geschichte des Geschlechts der von Hanstein in dem Eichsfelde, in Preußen (Provinz Sachsen). Nebst Urkundenbuch und Geschlechtstafeln. 2 Bände. J. J. Bohnesche Buchhandlung, Kassel 1856–1857.
  • Herbert Rothgaengel: Burg Hanstein im Werratal. Sechs [großformatige] farbige Bilder nach der Natur (mit einführendem Text von Paul Heidelbach). Verlagsbuchhandlung Fr. Zillessen (Heinrich Beeken), Berlin C 19, o. D. (um 1920)
  • Hugo von Waldeyer-Hartz: Der Hanstein – Ein Spiegelbild deutscher Not im Mittelalter. (Roman). Fr. Zillessen (Heinrich Beenken), Verlagsbuchhandlung; Dritte Auflage / 11.–15. Tausend, Zeichnungen von Wilh. Thiele-Potsdam; Berlin 1922, 392 S.
  • Heinrich Lücke: Burgen, Schlösser und Herrensitze im Gebiete der unteren Werra. Heft 1: Der Hanstein in Wort und Bild. 2. verbesserte Auflage. Lücke, Parensen 1926.
  • Lampert von Hersfeld: Annalen. = Lamperti monachi Hersfeldensis Annales (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Bd. 13). Neu übersetzt von Adolf Schmidt. Erläutert von Wolfgang Dietrich Fritz. 4., gegenüber der 3. um einen Nachtrag erweiterte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-00176-1.
  • Peter Aufgebauer: „… auf unserem und unser Mainzer Kirche Berg, genannt Hanenstein“. Zur 700-jährigen Geschichte einer eichsfeldischen Grenzfeste. In: Eichsfeld-Jahrbuch. 16, 2008, ISSN 1610-6741, S. 13–20 (Festvortrag zur 700-Jahrfeier).
  • Hans-Dieter von Hanstein (Hrsg.): Burg Hanstein. Zur 700-jährigen Geschichte einer eichsfeldischen Grenzfeste. Mecke-Druck-und-Verlag, Duderstadt (Eichsfeld) 2008, ISBN 978-3-936617-48-1

Einzelnachweise

Weblinks

  • Burgruine Hanstein, auf burgruine-hanstein.de
  • Heimatverein Hanstein/Bornhagen e.V., auf burghanstein.de
  • Geschichte Burg Hanstein, auf werleshausen.de
  • Rekonstruktionszeichnung der Burg Hanstein im mittelalterlichen Zustand, auf burgrekonstruktion.de
  • Ansicht der Burg Hanstein, 1832. Historische Ortsansichten, Pläne und Grundrisse. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 18. September 2012 (Stand: 28. März 2007). , auf burgrekonstruktion.de
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