Neunkircher Zoo

Zoostraße, Neunkirchen

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Der Zoologische Garten Neunkirchen oder Neunkircher Zoo ist der ältere und flächenmäßig größere der beiden saarländischen Zoos. Hier leben nach eigenen Angaben auf 16 Hektar Fläche rund 500 Tiere aus 78 Arten. Der Schwerpunkt des Zoos liegt bei asiatischen Tierarten. Eröffnet wurde er im Jahre 1926. == Anlagen == === Raubtieranlagen === Auf einer Fläche von über 6.000 m² bieten die 2014 eröffneten Raubtieranlagen drei größeren Raubtierarten Platz.

Kategorie des Ortes
Zoo
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Zoostraße, Neunkirchen

Beschreibung


Der Zoologische Garten Neunkirchen oder Neunkircher Zoo ist der ältere und flächenmäßig größere der beiden saarländischen Zoos. Hier leben nach eigenen Angaben auf 16 Hektar Fläche rund 500 Tiere aus 78 Arten. Der Schwerpunkt des Zoos liegt bei asiatischen Tierarten. Eröffnet wurde er im Jahre 1926.

Anlagen

Raubtieranlagen

Auf einer Fläche von über 6.000 m² bieten die 2014 eröffneten Raubtieranlagen drei größeren Raubtierarten Platz. Die Schneeleopardenschlucht beherbergt Luisa und Sagar, die beiden ersten Schneeleoparden im Saarland, und ihre im Mai 2016 geborenen Nachkommen Anusha und Aksar. Der Bärenpark mit den beiden Braunbären Lars und Ulla-Sophie, sowie der Rothundwald mit einem Rudel Asiatischer Wildhunde, auch Rothunde genannt, befindet sich im oberen Teil der Anlage. Mit den gehaltenen Tierarten beteiligt sich der Neunkircher Zoo auch an den Europäischen Erhaltungsprogrammen und Europäischen Zuchtbüchern.

Elefantentempel

Die im Jahr 2004 fertiggestellte Elefantenanlage ist mit ihren 5000 m² eine der größten in Deutschland und beheimatet zurzeit drei Asiatische Elefanten. In der Regel findet jeden Tag ein Elefantentraining statt, das vom „Elefantenturm“, einem 1997 errichteten 12 m hohen Aussichtsturm aus beobachtet werden kann. Eine Besonderheit ist das Elefantenhaus, das im Stil eines asiatischen Tempels errichtet wurde. Täglich um 14.00 Uhr haben Besucher die Möglichkeit die Elefanten selbst und unter Aufsicht der Tierpfleger zu füttern. Im Innern des Elefantentempels leben in einem Großterrarium und mehreren Kleinterrarien auch weitere asiatische Tierarten wie die Krokodilschwanzechsen, eine zu den Echsen zählende gefährdete Reptilienart, Thailändische Rote Bambusnattern, Vietnam-Moosfrösche und Insektenarten wie die Annam-Stabschrecke oder die Wandelnde Geige.

Robbenbucht

In der 2002 neu eröffneten Robbenbucht mit angrenzender Felsentribüne und Felsengarten, dem Maritimum, lässt sich eine kleine Gruppe von Ostatlantischen Seehunden betrachten. Während einer durch die zuständigen Tierpfleger kommentierten Schaufütterung, die täglich außer am Donnerstag um 10.30 und 15.00 Uhr stattfindet, können Besucher mehr über diese Raubtierart erfahren.

Affenhaus mit Kleiner Tropenhalle

Im 1999 neu eröffneten Affenhaus lebt eine Familiengruppe der in ihrer natürlichen Heimat, dem tropischen Regenwald, stark bedrohten Sumatra-Orang-Utans von der indonesischen Insel Sumatra. In der kleinen Tropenhalle des Affenhauses leben auch verschiedene Froscharten als Vertreter der Amphibien: neben den aus Südamerika stammenden Pfeilgiftfröschen in mehreren Arten und den Kleinen Winkerfröschen von der Insel Borneo, auch die in Zoos sehr selten gehaltenen Vietnamesischen Langnasennattern, die 2012 erstmals in einem deutschen Zoo in Neunkirchen nachgezüchtet wurden. Der Neunkircher Zoo koordiniert in einem Monitoring auch die Zuchtbemühungen für diese Natternart in den europäischen Zoos. Fidschi-Leguane, Grüne Baumpythons, Schwarze Dickkopfschildkröten und Smaragd-Langschwanzeidechsen sind weitere Vertreter der Reptilien. Seit Oktober 2015 lebt im angrenzenden Erlebnisbereich ‚Tangkoko-Reservat’ eine Gruppe der stark gefährdeten Schopfmakaken, welche im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) gehalten werden.

Ökopädagogische Falknerei

Im Jahre 2003 öffnete die neue Zoofalknerei ihre Pforten. Es finden zweimal täglich bei günstigen Wetterverhältnissen um 11.00 und 15.30 Uhr kommentierten Vorführungen statt. Außerhalb der Flugshows kann man unter anderem folgende Greifvögel in der Anlage beobachten: Weißkopfseeadler, Uhu, Schneeeule, Rotmilan, Mäusebussard, und verschiedene Falken.

Rudolf-Didas-Haus (Afrikanische Savanne)

Auf der Afrikanischen Savanne lebt neben Chapman-Steppenzebras auch eine Junggesellengruppe Giraffen, die aus zwei verschiedenen Unterarten besteht. So gehört der 2007 geborene „Nangila“ aus dem Kölner Zoo zur Unterart „Netzgiraffe“, der gleichaltrige „Gerry“, geboren im Opelzoo Kronberg, ist eine Rothschild-Giraffe. Jeden Sonntagmittag und an Feiertagen in den Sommermonaten haben Besucher um 14.30 Uhr die Möglichkeit die Giraffen in Augenhöhe von der Giraffenbrücke aus unter Aufsicht der Tierpfleger zu füttern. Im an die Afrikanische Savanne angeschlossenen Rudolf-Didas-Haus, benannt nach dem langjährigen Vorsitzenden des Vereins zur Förderung des Neunkircher Zoos – Zooverein e.V., ist, neben den Innenanlagen der Giraffen und Steppenzebras, auch ein Großterrarium mit den aus felsigen und trockenen Gebieten Nordostafrikas stammenden Gewöhnlichen Gundis zu finden. Diese Nagetierart wurde in den vergangenen Jahren schon mehrfach im Rahmen des Europäischen Zuchtbuches (ESB) erfolgreich im Neunkircher Zoo nachgezüchtet.

Fasanerie

In der 1988 als erstes Projekt des Vereins zur Förderung des Neunkircher Zoos - Zooverein e.V. - eröffneten Fasanerie lebten in der Vergangenheit als Schwerpunkt die aus Asien stammenden, dieser Anlage den Namen gebenden, Fasane. Heute leben dort aber neben Diamant- und Goldfasanen auch australische Vögel. Zum einen der Lachende Hans, ein bräunlich gefärbter Rieseneisvogel, dem seine wie ein Lachen anmutende Lautäußerung den Namen gab, und der als australische Elster bezeichnete Weißrücken-Flötenvogel. Flötenvögel machen ihrem Namen alle Ehre und sind zudem in Zoos eher selten zu sehende Tiere. Seit 2009 gehört der Neunkircher Zoo zu den wenigen Haltern dieser zu den Sperlingsvögeln gehörenden Art. 2015 wurde die Anlage um die ‚Himalaya-Voliere’ erweitert, wo mit einer Gruppe China-Sittiche, eine der größeren Siitcharten vertreten ist. Mit dieser im Freiland potenziell gefährdeten Art beteiligt sich der Zoo am Monitoring des Europäischen Zoo - und Aquarienverbandes (EAZA) in Kooperation mit dem Zuchtprojekt der Gesellschaft für Arterhaltende Vogelzucht e.V. (GAV). Sie teilen sich die Voliere mit einem Himalaya-Glanzfasan, welche in Eigenleistung neu eingerichtet und verschönert wurde. In und außerhalb der Voliere stellen Felsen und typische Pflanzen wie Zwergkiefern und Bambus den Lebensraum der beiden Vogelarten, unter anderem das Himalaya-Gebirge, nach.

Zoopädagogik

Für Kinder bietet der Zoo ein breit gefächertes Spektrum an Aktivitäten. Neben Spielplatz, Streichelzoo und Zoo-Rallye gibt es im Neunkircher Zoo eine zoopädagogische Abteilung. Es es finden Sonderveranstaltungen wie z. B. Sommercamps in kirgisischen Jurten, Ferienprogramme, Kürbisschnitzen an Halloween statt.

Geplante Projekte

Die Stadt Neunkirchen, die den Zoo seit 1994 mit drei Millionen Euro unterstützt hat, wird bis 2016 weitere knapp 4,5 Millionen Euro zur Modernisierung investieren.

Des Weiteren befindet sich eine neue afrikanische Savanne mit Giraffen, Zebras, Straußen und Flamingos in Planung. Bis 2013 soll es eine neue Tropenhalle und einen Kamelhof mit zentralem Haustierbereich geben.

Derzeit entsteht am Rande des Zoogelände eine Quarantäne- und Auffangstation für exotische beschlagnahmte Tiere. Die Kosten hierfür werden größtenteils vom saarländischen Ministerium für Umwelt übernommen. Das Richtfest konnte im Dezember 2017 gefeiert werden, die Eröffnung ist für Frühjahr 2018 geplant.

Körperwelten der Tiere

Die im Februar 2005 bzw. April 2006 im Neunkircher Zoo gestorbenen Elefantenkühe Samba und Chiana wurden von Gunther von Hagens plastiniert und wurden zusammen mit weiteren Exponaten in der Premieren-Ausstellung Körperwelten der Tiere vom März bis Juni 2010 in einem eigens auf dem Zoogelände errichteten Zelt gezeigt. Zu der Ausstellung, die aufgrund des massiven Andrangs verlängert wurde, kamen über 117.000 Besucher. Die Einnahmen dienen u. a. dem Neubau eines Raubtierhauses. Von Hagens verzichtete größtenteils auf eine Beteiligung als Dank für die Überlassung der Elefanten- und anderer Kadaver zur Plastination.

Literatur

  • Dirk Backes: 90 Jahre Neunkircher Zoo. 1926–2016. Neunkircher Zoologischer Garten 2017, ISBN 978-3-00-055691-3.

Einzelnachweise

Weblinks

  • Zoo Neunkirchen
  • Literatur über den Zoologischen Garten Neunkirchen in der Saarländischen Bibliographie
  • Körperwelten der Tiere
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