Igeler Säule

Trierer Straße, Igel, Igel

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Die Igeler Säule im Dorf Igel an der Mosel ist neben dem Mainzer Drususstein das einzige an seinem Originalstandort seit der Antike oberirdisch erhaltene römische Grabmal nördlich der Alpen. Der Zerstörung nach dem Zerfall des Römischen Reiches entging es durch den Umstand, dass im Mittelalter das Hauptbild auf der Südseite für eine Darstellung der Vermählung des Constantius Chlorus mit der heiligen Helena, der Mutter Konstantins des Großen, gehalten wurde. == Beschreibung == Das Pfeilerdenkmal aus rotem Sandstein ist 23 m hoch und reich mit Reliefs geschmückt. Diese zeigen Szenen aus dem Alltags- und Berufsleben der Tuchhändler sowie aus der Mythologie. Das ursprünglich farbig gestaltete Denkmal hatte neben der Erinnerung an die Toten der Familie wohl auch den Zweck, werbend auf das Tuchgeschäft der Secundinier in der Stadt Trier (Augusta Treverorum) hinzuweisen.

Kategorie des Ortes
Monument
Adresse
Trierer Straße, Igel, Igel

Beschreibung

Die Igeler Säule im Dorf Igel an der Mosel ist neben dem Mainzer Drususstein das einzige an seinem Originalstandort seit der Antike oberirdisch erhaltene römische Grabmal nördlich der Alpen. Der Zerstörung nach dem Zerfall des Römischen Reiches entging es durch den Umstand, dass im Mittelalter das Hauptbild auf der Südseite für eine Darstellung der Vermählung des Constantius Chlorus mit der heiligen Helena, der Mutter Konstantins des Großen, gehalten wurde.

Beschreibung

Das Pfeilerdenkmal aus rotem Sandstein ist 23 m hoch und reich mit Reliefs geschmückt. Diese zeigen Szenen aus dem Alltags- und Berufsleben der Tuchhändler sowie aus der Mythologie. Das ursprünglich farbig gestaltete Denkmal hatte neben der Erinnerung an die Toten der Familie wohl auch den Zweck, werbend auf das Tuchgeschäft der Secundinier in der Stadt Trier (Augusta Treverorum) hinzuweisen. Eine Rekonstruktion der Säule mit originalgetreuer Bemalung steht im Rheinischen Landesmuseum in Trier.

Die Pfeilerspitze ziert die Skulptur eines Adlers mit ausgebreiteten Flügeln. Sie ist heute sehr stark verwittert und kaum noch als Adler zu erkennen. Von dem lateinischen Wort für Adler – aquila – hat der Ort Igel seinen Namen (vgl. das englische Wort „eagle“ und den Namen Eigelstein).

Geschichte

Die Igeler Säule wurde um 250 von den Brüdern Lucius Secundinius Aventinus und Lucius Secundinius Securus für sich und ihre verstorbenen Angehörigen errichtet.

Der Bologneser Edelmann Fulvio Ruggieri hat den päpstlichen Sondernuntius Giovanni Francesco Commendone, Bischof von Zante, nach Trier begleitet und am 14. Januar 1562 die Igeler Säule besichtigt, die er in seinem Reisebericht kurz beschreibt.

Die Igeler Säule und Goethe

Johann Wolfgang von Goethe hat die Igeler Säule am 26. August sowie am 22. oder 23. Oktober 1792 besichtigt; hernach hat er sie beschrieben und gezeichnet. Er äußerte sich danach noch des Öfteren über das antike Monument. Unter anderem schrieb er dazu in der autobiografischen Schrift Kampagne in Frankreich am 23. August:

Und am 22. Oktober:

Die Sayner Hütte bei Bendorf am Rhein, die sich auf Nachbildung antiker Modelle im Kunstgussverfahren spezialisiert hatte, hat 1829 eine 19 Zoll große Nachbildung der Igeler Säule nach dem Entwurf des Kunstformers Heinrich Zumpft und nach Zeichnungen von Carl Osterwald erstellt. Einer der ersten Bronzeabgüsse ging im Mai 1829 nach Weimar an Goethe.

Denkmalschutz

Die Igler Säule ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen. Sie liegt in der Trierer Straße.

Seit 1986 ist die Igeler Säule Teil des UNESCO-Welterbes Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier. Des Weiteren ist sie ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention und mit dem blau-weißen Schutzzeichen gekennzeichnet.

Tourismus

Die Igeler Säule ist die von Besuchern stark frequentierte Hauptattraktion des Ortes. Diesem Sachverhalt wurde mit der Installation verschiedener Informationstafeln und der Anlage des sogenannten Säulengarten am Hang gegenüber dem Kulturdenkmal Rechnung getragen.

Verschiedenes

Unweit der Igeler Säule in einem Weinberghang befindet sich mit dem Grutenhäuschen ein rekonstruiertes römisches Grabmal.

Literatur

  • Heinz Cüppers: Arbeiten und Beobachtungen an der Igeler Säule. In: Trierer Zeitschrift für Geschichte und Kunst der Trierer Landes und seiner Nachbargebiete 31 Jg. (1968), S. 222–226.
  • Hans Dragendorff, Emil Krüger: Das Grabmal von Igel. Lintz, Trier 1924.
  • Friedrich Drexel: Die Bilder der Igeler Säule. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung. Bd. 35, 1920, S. 84–142
  • Franz Kugler: Das Römische Denkmal zu Igel. Fr. Lintz, Trier 1846 (MDZ München, Google Books).
  • Andreas Mehl: Wirtschaft, Gesellschaft, Totenglauben. Die "Igeler Säule" bei Trier und ihre Grabherrn. In: Laverna. Bd. 8, 1997, S. 59ff.
  • Eberhard Zahn: Die neue Rekonstruktionszeichnung der Igeler Säule. In: Trierer Zeitschrift für Geschichte und Kunst der Trierer Landes und seiner Nachbargebiete 31 Jg. (1968), S. 227–234.
  • Eberhard Zahn: Die Igeler Säule in Igel bei Trier. 5. Aufl. Neusser Dr. u. Verl., Neuss 1982.

Weblinks

  • Offizielle Website der Igeler Säule
  • Eintrag zu Sogenannte Igeler Säule (Gemeinde Igel) in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier

Einzelnachweise

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