Fernsehturm

Jakobsberg, Porta Westfalica

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Der Fernmeldeturm Jakobsberg (Typbezeichnung FMT 2/73) steht auf dem 232,5 Meter hohen Jakobsberg in der ostwestfälischen Stadt Porta Westfalica und wurde als Sender im ostwestfälischen Richtfunknetz zur Verbreitung des Telefonnetzes gebaut, später wurden der Richtfunk auch zur Verbreitung des Öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramme genutzt. Der Sender dient auch als Sendeturm zur regionalen Versorgung mit Fernsehen und Rundfunk. Im 21. Jahrhundert wurden die Sendeanlagen für den Mobilfunk nachinstalliert, während der Richtfunk abgebaut und durch Glasfaserverbindungen für die Fernübertragung ersetzt wurden. Seiner Sichtbarkeit über große Entfernungen und seiner eigenwilligen Form wegen ist er neben dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal zu einem Wahrzeichen am Weserdurchbruch Porta Westfalica geworden.

Kategorie des Ortes
Aussichtspunkt
Adresse
Jakobsberg, Porta Westfalica

Beschreibung

Der Fernmeldeturm Jakobsberg (Typbezeichnung FMT 2/73) steht auf dem 232,5 Meter hohen Jakobsberg in der ostwestfälischen Stadt Porta Westfalica und wurde als Sender im ostwestfälischen Richtfunknetz zur Verbreitung des Telefonnetzes gebaut, später wurden der Richtfunk auch zur Verbreitung des Öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramme genutzt. Der Sender dient auch als Sendeturm zur regionalen Versorgung mit Fernsehen und Rundfunk. Im 21. Jahrhundert wurden die Sendeanlagen für den Mobilfunk nachinstalliert, während der Richtfunk abgebaut und durch Glasfaserverbindungen für die Fernübertragung ersetzt wurden. Seiner Sichtbarkeit über große Entfernungen und seiner eigenwilligen Form wegen ist er neben dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal zu einem Wahrzeichen am Weserdurchbruch Porta Westfalica geworden.

Geschichte

Der Bismarckbund errichtet an dieser Stelle 1902 einen Bismarckturm. Außerdem entstanden in der Nähe des Turms eine Gaststätte und eine Greifvogelstation. Die Gaststätte hatte bis in die 1990er Jahre Bestand, hohe Kanalisationskosten machten dann den Betrieb unwirtschaftlich. Die Greifvogelstation hat den Zweiten Weltkrieg nicht überstanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte die Deutsche Bundespost den Turm für Fernmeldeanlagen mitnutzen, dies war aber technisch nicht möglich. So wurde der Bismarckturm 1952 abgerissen und das Grundstück der Deutschen Bundespost zur Verfügung gestellt.

Es kam zur Errichtung eines Fernsehturms. Am 1. April 1953 ging auf diesem Turm eine vom Bismarckbund betriebene Aussichtskanzel in Betrieb. Schon dieser Fernsehturm wurde wie sein Nachfolger im Volksmund Langer Jakob genannt. Zum Fernsehturm, der durch eine asphaltierte Straße von Hausberge zu erreichen war, entwickelte sich reger Ausflugsverkehr. Dieser Fernsehturm wurde 1979 außer Betrieb genommen, da er den technischen Ansprüchen erneut nicht genügte und anschließend abgerissen.

Der zweite Fernsehturm auf dem Jakobsberg wurde 1974 bis 1978 erbaut und ist ein Einheitstypturm „FMT 2/73“ (Fernmeldeturm Typ 2 mit Modifikationen von 1973) der Deutschen Bundespost. Am 28. September 1978 fand das Richtfest statt. Auch dieser Turm hat eine Besucherplattform, die in 23 Metern Höhe liegt und weiterhin durch den Bismarckbund betrieben wird. Dies ist für diesen Typ Einheitsturm einmalig. Der Turm ist ein markantes Höhenbauwerk auf dem Jakobsberg und damit prägend für die Silhouette der Porta Westfalica. Auf dem Kamm des Berges verläuft auch der Europäische Fernwanderweg E11.

Tourismus

Die vom Bismarckbund an der Porta Westfalica e.V. betriebene Aussichtsplattform des Fernsehturmes erlaubt in der Zeit von April bis Oktober einen ungehinderten Weitblick von bis zu 50 km. Am Fuße des Turmes befindet sich der Bismarck-Gedenkraum, in dem Ausstellungsstücke die wechselhafte Geschichte des Turmes zeigen sowie in erster Linie an Otto von Bismarck erinnern. Seit 2016 ist der angrenzende Kiosk wieder in Betrieb.

Funktechnik

1979 wurde der Turm offiziell in Betrieb genommen. Er besaß Sendeeinrichtungen für den Richtfunk zum benachbarten Sender Teutoburger Wald sowie für das analoge Fernsehen, das am 29. Mai 2006 abgeschaltet wurde. Heute existieren Sendeanlagen für analogen UKW-Rundfunk, digitales Fernsehen DVB-T sowie für Datendienste. Die Hörfunk-Programme des WDR sowie das Digitalradio DAB werden vom benachbarten Sender Wittekindsberg auf der gegenüberliegenden Seite des Tals gesendet.

Auf dem neuen Fernsehturm steht das Amateurfunkrelais DB0MIN. Er dient als Umsetzer und sendet im 70-cm-Band auf 439,375 MHz.

Frequenzen und Programme

Analoger Hörfunk (UKW)

Vom Jakobsberg wird folgendes Programm gesendet:

Digitales Radio (DAB / DAB+)

Digitaler Hörfunk im DAB+-Standard wird seit dem 1. September 2013 ausgestrahlt. Die Verbreitung des bundesweiten Multiplexes erfolgt in vertikaler Polarisation im Gleichwellennetz (Single Frequency Network) mit anderen Sendern.

Digitales Fernsehen (DVB-T / DVB-T2)

In Ostwestfalen-Lippe erfolgt die Umstellung auf den DVB-T2-Standard mit HEVC Bildcodierung am 25. April 2018. Optional lassen sich ab diesem Zeitpunkt zusätzliche im WDR-Angebot und bei Freenet TV connect als Verknüpfung enthaltene Programme über eine Internetverbindung wiedergeben, falls das Empfangsgerät HbbTV (ab Version 1.5) unterstützt (WDR via IP: ARD-alpha HD, BR FS Süd HD, hr-fernsehen HD, rbb Berlin HD). Das kostenpflichtige private Programmangebot von Freenet TV wird von den Standorten Bielefeld (Hünenburg) und Hannover (Telemax) ausgestrahlt.

Folgende DVB-T-Bouquets werden seit dem 29. Mai 2006 übertragen:

Analoges Fernsehen (PAL)

Vor der Umstellung auf DVB-T am 29. Mai 2006 diente der Sendestandort weiterhin für analoges Fernsehen.

Siehe auch

  • Liste der Fernsehtürme und Sendeanlagen der Deutschen Funkturm
  • Liste bekannter Sendeanlagen
  • Liste der DAB-Sender in Deutschland

Einzelnachweise

Weblinks

  • Fernmeldeturm Jakobsberg. In: Structurae
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