Wasserschloss Ulenburg

Ulenburger Buchenallee, Ulenburg, Löhne

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Das Wasserschloss Ulenburg ist ein denkmalgeschütztes Profangebäude in der Buchenallee 16 in Ulenburg, einem Stadtteil von Löhne im nordrhein-westfälischen Kreis Herford. == Baugeschichte und Architektur == Das Wasserschloss wurde laut Bauakten zwischen den Jahren 1568 bis 1570 erbaut, zuvor war die Ulenburg keine Burg, sondern ein unbefestigter Meierhof. Die Jahreszahl 1299, die nachträglich über dem Haupteingang und auf einer Wetterfahne angebracht wurde, gilt fälschlicherweise als Jahr der Erbauung und bezieht sich nicht auf das Löhner Wasserschloss. Allerdings wird dieses Datum auch im Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler und in der Denkmalliste der Stadtverwaltung genannt. Der sandsteingegliederte Putzbau im Stil der Weserrenaissance steht auf einem hohen Sockel.

Kategorie des Ortes
Schloss
Adresse
Ulenburger Buchenallee, Ulenburg, Löhne

Beschreibung

Das Wasserschloss Ulenburg ist ein denkmalgeschütztes Profangebäude in der Buchenallee 16 in Ulenburg, einem Stadtteil von Löhne im nordrhein-westfälischen Kreis Herford.

Baugeschichte und Architektur

Das Wasserschloss wurde laut Bauakten zwischen den Jahren 1568 bis 1570 erbaut, zuvor war die Ulenburg keine Burg, sondern ein unbefestigter Meierhof. Die Jahreszahl 1299, die nachträglich über dem Haupteingang und auf einer Wetterfahne angebracht wurde, gilt fälschlicherweise als Jahr der Erbauung und bezieht sich nicht auf das Löhner Wasserschloss. Allerdings wird dieses Datum auch im Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler und in der Denkmalliste der Stadtverwaltung genannt.

Der sandsteingegliederte Putzbau im Stil der Weserrenaissance steht auf einem hohen Sockel. Auf der Rückseite befindet sich ein Treppenturm. Er wurde von 1568 bis 1569 für Hilmar von Quernheim errichtet und von 1652 bis 1660 um den Turm an der Wasserseite, den gartenseitigen Nordflügel und die Zwerchhäuser erweitert.

Von 1902 bis 1912 wurde die Anlage ausgebaut und vor allem die Gartenseite verändert; unter anderem wurden die beiden Türme erhöht. Das Portal an der Hauptseite wurde ebenso wie die Steinbogenbrücke 1902 erneuert. Ein filigran verzierter Erker auf reich profilierten Kragsteinen stammt noch vom Ursprungsbau und ist die Arbeit eines Meisters Gerdt. Er wurde 1962 restauriert. Die Pfeilergiebel an den Schmalseiten hat der Meister Johann Korffmacher geschaffen.

Nutzung und Bewohner

Im Jahr 1927 kaufte die Heil- und Pflegeanstalt Wittekindshof das Schloss und betrieb dort bis ins Jahr 2008 hinein eine Pflegeeinrichtung zur Betreuung geistig behinderter Menschen. Im Jahr 2014 wechselte das Schloss von der Diakonische Stiftung Wittekindshof in den Besitz einer Jesidischen Gemeinde und wird seitdem umgebaut. Zukünftig soll in der Ulenburg ein Bildungs- und Studienzentrum für Jesiden aus ganz Europa entstehen. Im Erdgeschoss sollen Konferenzräume und ein Café entstehen, im Obergeschoss soll der jesidische Sender Çira TV mit einem Fernsehstudio untergebracht werden. Im Dachgeschoss werden Gästezimmer eingerichtet. Außerdem sollen das Gebäude und der angrenzende Park auch wieder für Veranstaltungen wie beispielsweise Gottesdienste oder Bürgerfeste zur Verfügung stehen. Ab Frühjahr 2017 sollen auch Hochzeiten im renovierten Veranstaltungssaal der Ulenburg möglich sein.

Wasserschloss Ulenburg als Fledermausquartier und FFH-Gebiet

Der Dachboden des Wasserschlosses Ulenburg ist 2004 als FFH-Gebiet Schloss Ulenburg mit einer Größe von 0,11 ha ausgewiesen worden. Auf dem Dachboden befindet sich eine Wochenstube der Fledermausart Großes Mausohr (Myotis myotis).

Literatur

  • Georg Dehio, unter wissenschaftlicher Leitung von Ursula Quednau: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen II Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2.
  • Otto Gaul: Die Ulenburg als Wasserschloss der Weserrenaissance und ihre Baugeschichte (= Beiträge zur Heimatkunde der Stadt Löhne. Sonderheft 1). Löhne 1974.
  • Albert Ludorff (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Herford (= Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Band 28). Schöningh, Münster 1908, S. 67–68, Tafel 62 (online).
  • Ernst Maoro: Ulenburg im Kreis Herford. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe. Bielefeld 1986, S. 141–142.

Weblinks

  • Website des Vereins „Freundeskreis Schloss Ulenburg“
  • Geschichte des Schlosses
  • Informationen zum Schloss in der Sammlung Duncker der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (PDF; 216 kB)

Anmerkungen

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