Unteres Schloss

Alt-Siegen, Siegen

Foto hochladen

Das Untere Schloss früher auch Nassauischer Hof genannt liegt in der Innenstadt von Siegen. Ursprünglich ein Franziskanerkloster, wurde das Gebäude im 17. Jahrhundert Residenz der protestantischen Linie des Hauses Nassau-Siegen. Derzeit entwickelt sich das Untere Schloss zu einem weiteren Campus der Universität Siegen. == Geschichte == An der Stelle des heutigen Schlosses existierte seit 1489 ein Franziskanerkloster.

Kategorie des Ortes
Schloss
Address
Alt-Siegen, Siegen


Beschreibung

Das Untere Schloss früher auch Nassauischer Hof genannt liegt in der Innenstadt von Siegen. Ursprünglich ein Franziskanerkloster, wurde das Gebäude im 17. Jahrhundert Residenz der protestantischen Linie des Hauses Nassau-Siegen. Derzeit entwickelt sich das Untere Schloss zu einem weiteren Campus der Universität Siegen.

Geschichte

An der Stelle des heutigen Schlosses existierte seit 1489 ein Franziskanerkloster. Nach der Auflösung des Klosters 1534 im Zuge der Reformation war dort von 1594 bis 1599/1601 und von 1606 bis 1609 vorübergehend die in Herborn angesiedelte Hohe Schule untergebracht. Nach der Spaltung des Hauses Siegen-Nassau in eine katholische und eine protestantische Linie nach 1623 wurde die Anlage Residenz der protestantischen Linie. Sie hieß daher auch Nassauischer Hof.

Bereits zur Zeit von Johann Moritz von Nassau-Siegen, der unter anderem Generalgouverneur von Niederländisch-Brasilien war, wurde mit der Stadt wegen einer Erweiterung des Baus verhandelt. Zu seinen Lebzeiten wurde vom niederländischen Baumeister Maurits Post um 1668 die Fürstengruft geschaffen. Auch ein Galerieflügel wurde in dieser Zeit erbaut. Teile davon finden sich im heutigen Nordflügel. Auch unter den folgenden Fürsten ging die Bautätigkeit weiter. So wurde 1690 ein Torhaus errichtet. Dessen Portal wurde vor dem Abriss im 19. Jahrhundert an die Nordwand des Kapellenflügels im Oberen Schloss versetzt.

Die Anlage des Unteren Schlosses wurde beim großen Stadtbrand von 1695 zu einem Großteil bis auf Tor und Fürstengruft zerstört. Der Baumeister Peter Remboldt baute danach zwischen 1698 und 1711 den Nordtrakt (Kurländerflügel) sowie eine Reihe von Nebengebäuden. Ein neuer mittlerer Flügel (Corps de Logis) bezog die Fürstengruft mit ein. Die Fassade dieses Teils ist geprägt durch eine Arkade, die aus 21 Pfeilern gebildet wird. Nachträglich wurde der Ort der Fürstengruft 1884 durch die Hinzufügung eines Mittelrisalits optisch hervorgehoben. Bereits außerhalb der damaligen Stadtmauern wurde von Remboldt der barocke Schlossgarten (Herrengarten) angelegt. Dazu gehörte 1701 eine Orangerie. Mit dem Bau eines Südflügels wurde 1717 begonnen. Baumeister war nunmehr Philipp Ploennies. Im Jahr 1721 wurde als Archivturm an Stelle eines mittelalterlichen Turms der Siegener Stadtbefestigung der Dicke Turm erbaut. Erst 1802 wurde er mit dem Kurländerflügel durch einen Zwischenbau verbunden. An der Nordostseite des Schlossplatzes lagen der Marstall und ein Ballhaus. Beide wurden nach den Luftangriffen auf Siegen im Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut.

Nach dem Ende der protestantischen Linie Nassau-Siegen 1722 war das Schloss bis 1782 noch Witwensitz und diente ab 1742 auch als Behördengebäude. Nachdem das Siegerland 1815 zu Preußen gekommen war, war das Schloss unter anderem Dienstsitz des Landrates. 1816 wurde im Unteren Schloss das Bergamt Siegen gegründet, 1818 wurde in einem Raum im Kurländer Flügel die Königliche Bergschule Siegen eröffnet. 1822 war im Wittgensteiner Flügel des Schlosses das Postamt Siegens untergebracht. Zwischen 1864 und 1976 befand sich im Schloss das Amt- und Landgericht.

Heutige Nutzung

Von 1936 bis 2011 war dort eine Nebenstelle der JVA Attendorn untergebracht. Darüber hinaus war es Landesbehördenhaus. Dort befand sich das Arbeitsgericht Siegen, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, die Außenstelle der Bezirksregierung Arnsberg, sowie das Amt für Arbeitsschutz. Seit 2016 nutzt nach Sanierung und Umbau die Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht und die Universitätsbibliothek der Universität Siegen das Gebäude.

Der Schlossplatz dient heute auch für Großveranstaltungen, so unter anderem für das Siegener Open Air Kino und seit 2006 auch für Public Viewing während der Fußball-Welt- und Europameisterschaften. Von 2007 bis 2012 war dort auch im Dezember der Siegener Weihnachtsmarkt untergebracht.

Literatur

  • Ferdinand G. B. Fischer: 100 Burgen zwischen den 1000 Bergen. Das grosse Burgen- und Schlösserbuch für Südwestfalen. Fotos von Toni Anneser. Gronenberg, Wiehl 1996, ISBN 3-88265-198-9.
  • Jens Friedhoff: Sauerland und Siegerland. 70 Burgen und Schlösser. Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1706-8, S. 140 f.
  • Wilhelm Güthling (Hrsg.): Geschichte der Stadt Siegen im Abriss. Vorländer, Siegen 1955.
  • Gerhard Scholl: Von Burgen und Schlössern im Siegerland. In: Siegerland zwischen gestern und morgen. Vorländer, Siegen 1965, S. 25–41.

Weblinks

  • 360°-Panoramabild vom Unteren Schloss im Kulturatlas Westfalen (benötigt Flash-Player)

Einzelnachweise

Bitte einloggen

This action requires you to sign in into your account

Einloggen