Hof Berghaus

Hof Berghaus, Mittelhees, Kreuztal

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In der nachstehenden Liste der Baudenkmäler in Kreuztal sind alle Denkmäler der nordrhein-westfälischen Stadt Kreuztal und ihrer Ortsteile aufgelistet. Grundlage ist die Denkmalliste der Stadt Kreuztal. Die Eintragung der Denkmäler in diese Liste erfolgte jeweils in Abstimmung mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege. == Geschichtliche Entwicklung == Die Stadt Kreuztal entstand am 1. Januar 1969 im Rahmen der kommunalen Neugliederung durch den freiwilligen Zusammenschluss der vier im mittleren Ferndorftal gelegenen Gemeinden Kredenbach, Ferndorf, Kreuztal und Buschhütten, den vier Gemeinden des Littfetals – Burgholdinghausen, Littfeld, Krombach und Eichen mit Bockenbach und Stendenbach – sowie der vier Heestalgemeinden Oberhees, Mittelhees, Osthelden und Fellinghausen.

Kategorie des Ortes
Gebäude
Adresse
Hof Berghaus, Mittelhees, Kreuztal

Beschreibung

In der nachstehenden Liste der Baudenkmäler in Kreuztal sind alle Denkmäler der nordrhein-westfälischen Stadt Kreuztal und ihrer Ortsteile aufgelistet. Grundlage ist die Denkmalliste der Stadt Kreuztal. Die Eintragung der Denkmäler in diese Liste erfolgte jeweils in Abstimmung mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege.

Geschichtliche Entwicklung

Die Stadt Kreuztal entstand am 1. Januar 1969 im Rahmen der kommunalen Neugliederung durch den freiwilligen Zusammenschluss der vier im mittleren Ferndorftal gelegenen Gemeinden Kredenbach, Ferndorf, Kreuztal und Buschhütten, den vier Gemeinden des Littfetals – Burgholdinghausen, Littfeld, Krombach und Eichen mit Bockenbach und Stendenbach – sowie der vier Heestalgemeinden Oberhees, Mittelhees, Osthelden und Fellinghausen. Diese Gemeinden sind seit jeher geschichtlich und wirtschaftlich miteinander verbunden.

Die früheste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1067 als „Berentraph“, dem heutigen Ferndorf, das vor der Stadtwerdung die Namensgeberin der damaligen Amtsverwaltung war. Das Zentrum der heutigen Stadt wurde 1826 im Taufbuch der Kirchengemeinde Ferndorf erstmals als „Kreuzthal“ bezeichnet.

Erzbergbau und Eisenverhüttung spielten in der Region eine wichtige Rolle für Wachstum und Entwicklung der ursprünglich bäuerlichen Dörfer. Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte der Bergbau seine Blüte, bis dieser mit Schließung der letzten Grube im Jahr 1927 gänzlich erlosch.

Die heutigen Denkmäler

Das nordrhein-westfälische Denkmalschutzgesetz definiert Denkmäler folgendermaßen: Denkmäler sind Sachen, Mehrheiten von Sachen oder Teile von Sachen, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht. Ein öffentliches Interesse besteht, wenn die Sachen bedeutend sind für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse und wenn für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen.

Diese Definition ist Grundlage für die Eintragung der Objekte in die Denkmalliste einer Stadt oder Gemeinde. Für die Eintragung müssen nicht alle Bedeutungen und nicht alle Gründe vorliegen. Es reicht aus, wenn jeweils eine Bedeutung und ein Grund vorliegen. Zudem kommt es darauf an, zu erläutern, worin die Bedeutung und der Grund für die Bezeichnung als Denkmal liegen.

Es wird unterschieden zwischen Bau- und Bodendenkmälern, wobei ein Baudenkmal gleichzeitig auch ein Bodendenkmal sein kann und umgekehrt.

Das Denkmal enthält vielfältige aus anderen Quellen nicht erschließbare Informationen über die Zeit seiner Entstehung sowie über alle Perioden, die es seither durchlaufen hat.

Die Denkmalwertigkeit ist allein aus der Materie des Objektes nicht ersichtlich. Jedes Denkmal bedarf deshalb einer Interpretation, die mit Mitteln und Methoden aus dem Bereich der Geschichtswissenschaft unter Zuhilfenahme von Bau- und Kunstgeschichte, Volkskunde, Archäologie, Paläontologie, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, politischer Geschichte, Religionsgeschichte usw. erarbeitet wird.

Weil die historische Information an die überkommene Denkmalsubstanz gebunden ist, kommt es auch darauf an, zu werten, inwieweit beim Baudenkmal z. B. bestimmte Materialien, Ausführungstechniken, Farbgebungen, Raumdispositionen, Fassadengestaltungen und beim Bodendenkmal z. B. Objekt- und Reliefgestaltung sowie die Umgebung an der Denkmalbedeutung Anteil haben. Hierzu muss alles Wissen über die Objekte zusammengetragen und analysiert werden.

In enger Abstimmung aller beteiligten Dienststellen wurden in Kreuztal bisher insgesamt 161 Baudenkmäler und 17 ortsfeste Bodendenkmäler nach vorausgehender Anhörung in die Denkmalliste eingetragen.

Zahlreiche Fachwerkhäuser in typischer Siegerländer Bauweise aus dem 18. und 19. Jahrhundert und einige Putz- und Ziegelbauten aus dem jetzigen Jahrhundert haben als Zeugen früherer Baukunst und Lebensweise Aufnahme in die Denkmalliste gefunden.

Die Geschichte hat allerdings nicht nur Baulichkeiten hinterlassen, die „über Tage“ sichtbar, begreifbar und erlebbar sind. Weit mehr Spuren menschlichen Lebens und Schaffens sind im Boden verborgen: Für den Laien mit bloßem Auge häufig kaum erkennbar sind die 17 in die Denkmalliste eingetragenen ortsfesten Bodendenkmäler. Als besonders bedeutend gilt hier zum Beispiel die einzigartige Bergbauwüstung Altenberg aus dem 12. Jahrhundert.

Burgholdinghausen

Buschhütten

Eichen

Fellinghausen

Ferndorf

Junkernhees

Kredenbach

Kreuztal

Krombach

Littfeld

Mittelhees

Osthelden

Sonstige Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Nach der nordrhein-westfälischen Denkmallisten-Verordnung vom 6. März 1981 sind die Denkmäler in einer Liste zu führen und fortlaufend zu nummerieren. Die Zahlen vor dem Denkmal entsprechen der tatsächlichen Nummerierung in der Denkmalliste.

  1. Siegener Hecke mit Krombacher Schlag: Die Wall- und Grabenanlagen des „Krombacher Schlages“ sind Bestandteil der „Siegener Landhecken“. Landhecken waren reine Schutzanlagen. Die Grafschaft Nassau-Siegen errichtete im 15. Jahrhundert eine umfangreiche Grenzsicherungsanlage gegenüber dem kurkölnischen Herzogtum Westfalen. Diese Grenzsicherungsanlage bestand aus einem undurchdringlichen Waldstreifen, der sogenannten Landhecke, die an besonders gefährdeten Punkten durch Wälle und Gräben gesichert wurde. Die Durchgänge durch die Landwehr hießen Schläge, ein Wort, welches Schlagbaum bedeutet, aber bald auf die Durchgänge übertragen wurde. Ende des 16. Jahrhunderts hat es einen umfangreichen Aus- und Neubau dieser Anlagen gegeben, der mit den niederländischen Befreiungskriegen in Zusammenhang zu bringen ist. Die Siegener Landhecke ist für die territoriale Entwicklung Kreuztals und die Abgrenzung gegenüber dem kurkölnischen Sauerland von großer Bedeutung gewesen.
  2. Wallburg Kindelsberg: Reste einer vorgeschichtlichen Wallburg, die als Fluchtburg gedient hat. Nach Lage und Habitus gliedert sie sich in ein System von Wallburgen ein, das als planmäßig angelegter Festungsgürtel das erzreiche Gebiet umschloss, welches man als Siegerland im weiteren Sinne bezeichnet. Der Wallumfang ist circa 270 Meter im Oval. Die Wallanlage hat eine Länge von 120 Metern und eine maximale Breite von 60 Metern.
  3. Bergbauwüstung Altenberg: Das Bodendenkmal „Bergbauwüstung Altenberg“ besteht aus im Gelände noch erkennbaren Überresten des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bergbaus. Erkennbar sind unter anderem ergrabene und nicht ergrabene Kellergrundrisse, der Grundriss eines Turmes und mehrerer Schächte, von denen einige ergraben wurden, die zu Erzabbau benutzt wurden. Daneben sind Pingenzüge und Berghalden noch vorhanden. Im südlichen Teil der zu schützenden Fläche liegen Luftlöcher von darunter durchziehenden Stollensystemen. Untersuchungen über das Alter des Bergbaues und der Siedlung auf dem Altenberg haben Belege für die Jahre 1209, 1212, 1235 und 1244 erbracht. Bei den von Süden kommenden Stollen mit den Licht- und Luftlöchern handelt es sich um jüngere Anlagen. Der älteste, von Müsen kommende Stollen wird 1571 erstmals genannt. Der Bergbau auf dem Altenberg dokumentiert einen über den Müsener Raum hinaus wichtigen Wirtschaftszweig, der für die Geschichte bis ins 20. Jahrhundert hinein von großer Bedeutung gewesen ist.
  4. „Unteres Haus“, Schloss Junkernhees: Beim „Unteren Haus“ handelt es sich um die ältere Burganlage am Standort Junkernhees, die spätestens 1372 vorhanden war. In diesem Jahr werden das Haus und der Graben anlässlich einer Belehnung durch den Grafen von Nassau erwähnt. Aus späteren Kartendarstellungen ist ersichtlich, dass die Anlage aus dem Burghaus, einen viereckigen Hofraum, dem Garten und der Gräfte bestand. Mit der Zusammenlegung der beiden Häuser im Jahr 1779 verlor das „Untere Haus“ an Bedeutung. Der danach einsetzende Zerfall führte letztendlich zur Aufgabe des „Unteren Hauses“. Das Schloss Junkernhees hatte – neben wirtschaftlichen und militärischen Aspekten – großen Einfluss auf die Herausbildung des Siegener Territoriums.
  5. Reststück „Siegener Hecke“: Das Reststück der „Siegener Hecke“ diente als Landwehr zur Verteidigung der Siegener Ländereien. Die Wallanlagen, die das Land abgrenzten, wurden durch eine auf dem Wall angepflanzte Hecke verstärkt und verlaufen in ungefährer Anlehnung an die Territorialgrenzen. Die „Siegener Hecke“ ist in der Zeit vom 14. bis in das 17. Jahrhundert durchgehend genutzt, erneuert und erhalten worden.
  6. Hohlwege des „Alten Siegener Weges“: Bei den Hohlwegen des „Siegener Weges“ handelt es sich um mehrere nebeneinander liegende und unterschiedlich tiefe Hohlwege, die im Gelände noch deutlich zu erkennen sind. Sie erstrecken sich vom Hof Kindelsberg bis zur Eisenbahnlinie Hagen–Frankfurt in Littfeld, wo die Anschüttung des Bahndammes zu starken Veränderungen geführt hat. Der „Alte Siegener Weg“ war Teil eines Fernweges, der von Frankfurt über Siegen nach Arnsberg führte und in historischen Karten schon im Jahr 1806 nachgewiesen wird. Straßen dieser Art sind bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert eine wichtige Verbindung zur Außenwelt.
  7. Stollen- und Schachtanlage „Edle Rose“: Bei dem ortsfesten Bodendenkmal „Edle Rose“ mit dem Oberen und dem Tiefen Stollen handelt es sich um Bergbaurelikte der Vorzeit. Erste Spuren von Bergbau im Mittelgebirge Westfalen stammen bereits aus den Jahrhunderten vor Christi Geburt, der Latènezeit. Er stellt sich in Form von Pingen (Tagebau), Schächten und Stollen dar. In der Grube „Edle Rose“ versuchte man, Kupfererze zu gewinnen. Von der oberen Stollensohle wurde ein bis zu 12 Meter tiefes Gesenk im 19. Jahrhundert abgebaut und zum Durchschlag mit dem darunter liegenden Tiefen Stollen gebracht. Bei dem letzteren muss es sich nach Darstellung aus dem Ende des 19. Jahrhunderts um älteren Bergbau handeln, der von den „Alten herangetrieben“ worden sei, der aber bis heute noch keine genauere Datierung erfahren hat.
  8. Hohlwege zum „Welschen Ennester-Schlag“: Die vorhandenen und erkennbaren Hohlweg-Reste sind unterschiedlich tief und im Gelände doch deutlich zu erkennen. Der in der Deutschen Grundkarte gekennzeichnete untere Teilbereich ist etwa 700 Meter und der obere etwa 350 Meter lang. Sie dienten ursprünglich als Zuwegung zu einer grenzbefestigten Wall- und Grabenanlage, dem „Welschen Ennester-Schlag“, der auf dem Gemeindegebiet Kirchhundem liegend. Sie sind Teile des „Alten Siegener Weges“ (siehe oben). Gleichzeitig stellen sie die Überreste einer ehemaligen Straßenverbindung dar, die bis wenigstens 1840 zwischen Krombach und Welschen Ennest bzw. Rahrbach bestanden hat.
  9. Burgstelle und Gräftenreste der Burg Holdinghausen: Bei diesem Bodendenkmal handelt es sich um den Standort des eigentlichen Burghauses, von dem sich in der Erde noch Reste befinden, sowie um eine zum Fischteich umgestaltete Gräfte im Norden und um die Außenböschung der verfüllten Gräfte im Osten. Auf den beiden verbleibenden Gräften im Süden und Westen sind äußerlich keine Spuren mehr vorhanden, doch befinden sich auch hier ursprüngliche Gräfte. Holdinghausen war ein Besitz des Klosters Deuz, nach dem sich seit dem Ende des 13. Jahrhunderts eine Familie gleichen Namens nennt. 1318 belehnte das Kloster Deuz mehrere Mitglieder dieser Familie mit dem Besitz, so dass angenommen werden darf, dass die Burg kurz nach diesem Zeitpunkt entstanden ist. Anlässlich eines nicht zustande gekommenen Ankaufs durch das Fürstenhaus Siegen-Nassau um das Jahr 1700 ist das Burghaus als verfallen liegend in einer Gräfte erwähnt.
  10. Hohlwegrest in Dreslers Park: Bei dem Hohlwegrest in Dreslers Park handelt es sich um das Reststück einer mittelalterlichen bis frühneuzeitlichen Fernstraße, die, von Arnsberg kommend über Welschen Ennest und Littfeld nach Siegen und weiter nach Frankfurt geführt hat. Sie charakterisiert das Straßenwesen vor Beginn des Kunststraßenbaues (ab Ende des l8. Jahrhunderts) und zeichnet sich durch die mit dem damaligen Straßenverkehr verbundene starke Bodenerosion aus, die sich heute als starke Vertiefung im anstehenden Boden darstellt. Die Straße taucht Anfang des 18. Jahrhunderts auf historischen Karten auf und ist im Urmesstischblatt von 1840 an der heutigen Stelle noch verzeichnet. Sie kann als Vorläufer der B 54 angesehen werden.
  11. Reste der Gruben „Eleonore“ und „Reinhold“, Gemarkung Littfeld: Mit Hilfe der Gruben „Eleonore“ und „Reinhold“ wurde Kupfer, Blei und Zink gewonnen. Die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bergbaurelikte sind Überreste des seit der Latènezeit existierenden Siegerländer Bergbaues, der in allen Perioden von großer wirtschaftlicher Bedeutung war. Er begann mit Oberflächenschürfen, die an der Stelle von austretenden Erzgängen angelegt wurden. Die Stollen und Schächte gehören dagegen erst der frühen Neuzeit an und wurden insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert angelegt.
  12. Schlag am Heerweg: Der „Schlag am Heerweg“ war für die Geschichte des gesamten Siegener Raumes von Bedeutung. Die Siegener Hecke (siehe oben), wie die äußere Landwehr auch genannt wird, und als ein Bestandteil von ihr auch der Schlag am Heerweg, haben über Jahrhunderte die Außengrenze der Herrschaft Nassau-Siegen geprägt. Bis zur Übernahme sowohl von Nassau-Siegen, als auch des westlich angrenzenden kurkölnischen Raums durch das Königreich Preußen zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelten sich beiderseits des Schlages am Heerweg – verstärkt durch den Religionsunterschied – sehr unterschiedliche Regionen.
  13. Hohlwege Ferndorf: Bei den „Hohlwegen Ferndorf“ handelt es sich um Überreste einer alten Straße, die sich heute in Form von Hohlwegen zu erkennen gibt. Im Gelände zu erkennen sind mehrere nebeneinander liegende, lange und flache sowie unterschiedlich tiefe Gräben oder Mulden, bei denen es sich um nacheinander benutzte Trassen handelt. Sie erreichen eine erhaltene Gesamtlänge von etwa 350 Metern und sind maximal etwa 100 Meter breit. Durch Bodenerosion dauernd befahrener Fahrspuren bis ins 18. Jahrhundert hinein entstanden, kann man durch Anzahl und Tiefe der Hohlwege Hinweise auf die historische Bedeutung einer Straße erhalten. Die Ferndorfer Hohlwege bilden eine von dem am Ferndorfbach liegenden Stahlhammer zum Buschhüttener Ortsteil Bottenbach führende Wegeverbindung, die dort Anschluss an die alte Fernstraße von Arnsberg bzw. Olpe nach Siegen hatte.
  14. Hohlwege am Krombacher Schlag: Die „Hohlwege am Krombacher Schlag“ gehören ebenfalls zum alten Fernweg Frankfurt–Olpe–Hagen, von der an verschiedenen Stellen, so etwa auch westlich des Krombacher Schlages (auf dem Gebiet der Stadt Olpe) noch Reste in ähnlicher Form erhalten sind. Da ein Teil der Hohlwege direkt am Krombacher Schlag durch den jüngeren Ausbau im 17. Jahrhundert zugesetzt worden sind, müssen Teile dieser Wege bereits vor diesem Zeitpunkt bestanden haben.
  15. Ostheldener Schlag mit Teilen der „Siegener Hecke“: An dem Ostheldener Teil der Territorialgrenze zwischen Siegen-Nassau und Kurköln, die mit einer Landwehr gesichert war, befand sich ein Schlagbaum („Schlag“), an der Stelle, an der die Fernstraße die Landwehr kreuzte. Durch die „Siegener Hecke“ (siehe oben) konnte das Umfahren der Schläge wohl weitgehend verhindert werden, so dass an Schlägen wie dem Ostheldener Schlag Zoll erhoben werden konnte.
  16. Ehemals umliegender Friedhof „Pfarrkirche Ferndorf“: Der früheste archivalische Beleg für die Existenz der dem Heiligen Laurentius geweihten Pfarrkirche von Ferndorf datiert auf das Jahr 1339. Damals verkauften die Brüder der Familie von Wilnsdorf dem nassauischen Landesherren ihr Recht, den Pfarrer von Ferndorf einzusetzen, eine wichtige Entscheidung im Hinblick darauf, dass die Kirchspiele des Siegerlandes die Grundlage für die Entwicklung der gräflichen Amtsverfassung bildeten. Wie das Kirchengebäude selbst mit seinen spätromanischen Stilformen an Turm und Langhaus verdeutlicht, ist der bestehende Kirchenbau mit Ausnahme des Chores schon um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden. Etwa zu diesem Zeitpunkt dürfte Ferndorf von St. Martini in Siegen, neben Netphen die älteste Pfarrkirche des Siegerlandes, losgelöst und zur eigenständigen Pfarre erhoben worden sein. Aber vieles spricht dafür, dass vergleichbar den Pfarrkirchen in Hilchenbach und Oberholzklau, auch in Ferndorf eine noch ältere Kapelle bestanden hat. Errichtet wurde sie mit einiger Sicherheit auf dem Besitz des Hofes, der 1067 zur Gründungsausstattung des Stiftes St. Georg in Köln gehörte und erst 1304 von den Geistlichen mit allem Zubehör an den Grafen von Nassau verkauft wurde. Für einen Kapellenbau vor dem 13. Jahrhundert spricht der Fund einer Münze aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, die bei der Chorerweiterung 1887 gefunden wurde. Damals wurde der ältere Chor durch ein Querhaus mit Chor und Sakristei ersetzt. Der umliegende Friedhof ist vom Ortskern durch eine umlaufende Mauer abgetrennt, die bereits 1580 anlässlich ihrer Instandsetzung erwähnt wird. Der Friedhof selbst scheint zeitweilig auch Versammlungsort, vielleicht sogar Gerichtsplatz gewesen zu sein, wie ein dort vor der Kirchengemeinde 1345 abgeschlossener Vergleich nahelegt. 1827/1829 wurde die Nutzung des Begräbnisplatzes bei der Kirche eingestellt. Innerhalb der Kirche hatten die Adelsfamilien von der Hees und von Langenau bis ins 18. Jahrhundert ihr Erbbegräbnis.
  17. Erzebachstollen sowie obertägige Bergbauerzeugnisse: Der Erzebachstollen und die zugehörigen obertägigen Bergbauerzeugnisse sind Bergbaurelikte der Latènezeit. Die ersten 54 Laufmeter zieht der Stollen annähernd gerade nach Osten; in diesem Bereich weist er einen schmalrechteckigen, leicht gebrauchten Streckenquerschnitt auf. Schlägel-Eisen-Arbeit und Hakennasen für die Froschlampen sind regelhaft zu beobachten. Ein Seitenquerschlag in Richtung Süden ist ebenfalls in Schlägel-Eisen-Arbeit entlang einer Kluft aufgefahren worden und etwa zwölf Meter lang. Dieser Teil des Grubenbaues ist augenscheinlich älter als die rückwärtigen Teile des Stollensystems. Dort sind regelhaft Bohrpfeifen zu beobachten und das Streckennetz ist unregelmäßiger aufgefahren. Ein Querschlag zweigt etwa acht bis zehn Meter vor Ende des Hauptstollens ab und zieht nach West-Südwest zurück. Dieses letzte Stück ist mit Abraum der Aufschließungsarbeit des Querschlages versetzt. Auch der Querschlag ist durch Sprengarbeit vorgetrieben, ebenso wie ein kleiner seitlicher Vortrieb, wo schwach eisenhaltiges Erz hereingewonnen wurde. Allerdings wird an keiner Stelle im Grubenbau ein eisenerzführender Lagerstättenteil angetroffen. Auch obertägig sind bergbauliche Spuren zu beobachten, etwa eine große, mehrfach gestufte Pinge, die wenige dutzend Meter nördlich der Stollenpinge in derselben Richtung hangaufwärts läuft. Ebenfalls hangaufwärts liegen zwei trichterförmige Pingen, davon eine mit deutlicher Halde hangabwärts. Dies weist sie einem oberflächennahen Bergbau zu. Die oberflächennahen Pingen sowie der vordere Teil des Ertzebachstollens dürften einer älteren Gewinnungsphase des 16. oder 17. Jahrhunderts angehören. Dafür sprechen die Eisen-Schlägel-Arbeit und die Stollenquerschnitte. Naheliegend wird man diese Teile der urkundlichen Erwähnung von Eisenerzgewinnung und Schmiedtätigkeit des Hans Stähler vom Dornbachseifen zuweisen, der um 1540 hier Gewinnungsarbeiten betrieben haben soll. Zumindest den Grubenbau selbst wird man dabei als wieder eingestellten Aufschließungsstollen ansprechen, in welchem nie abgebaut wurde. Jünger sind ebenfalls Aufschließungsarbeiten, die sich in den hinteren Grubenbauteilen erkennen lassen. Die Schießarbeit kann man dem 19. oder dem frühen 20. Jahrhundert zuweisen, als man – wohl vergeblich – versuchte, an dieser Stelle eine Eisenlagerstätte zu prospektieren. Auch hier fand kein nennenswerter Abbau statt. Zwei seitliche, schrammförmige Schlitze im Stoß kurz vor Ende des älteren Grubenbauteils weisen auf einleitende prospektorische Maßnahmen. Funde von Sprengkapseln können mit dieser Arbeit verbunden werden.

Literatur

  • Diverse Heimatbücher, unter anderem
  • Ferndorfer Dorfchronik – Band 1 (Erste Ausgabe einer lockeren Fortsetzung von Berichten über Ferndorf), Verein zur Pflege der Dorfgemeinschaft in Ferndorf e.V., gefördert vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Druckhaus Kay GmbH Kreuztal, 2002
  • Ferndorfer Dorfchronik – Band 2 (Zweite Ausgabe einer lockeren Fortsetzung von Berichten über Ferndorf), Verein zur Pflege der Dorfgemeinschaft in Ferndorf e.V., gefördert vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Druckhaus Kay GmbH Kreuztal, 2004
  • Werner Herling: Das Untere Heestal, Ortsgeschichte von Fellinghausen, Dornseifen und Weiden, Druckhaus Kay GmbH Kreuztal, 1981
  • Werner Herling: Das obere Heestal, Mittelhees und Oberhees, Druckhaus Kay, Kreuztal 1990
  • Gerhard Oberländer, Manfred Reitz, Klaus-Dieter Zimmermann: Osthelden-Junkernhees, Verlag Die Wielandschmiede Kreuztal 1990, ISBN 3-925498-33-8
  • 650 Jahre Osthelden – Eine Festschrift zum Jubiläumsjahr 1994, Herausgegeben von der Dorfgemeinschaft Osthelden
  • Andreas Bingener, Erich Schmidt: Krombach – Geschichte eines Siegerländer Dorfes, Verlag Die Wielandschmiede Kreuztal 2001, ISBN 3-925498-68-0
  • Erich Klein: Ortschronik Buschhütten, Druck Schlabach Bad Berleburg 2002
  • Erhard Krämer: Kirche im Dorf, Verlag Die Wielandschmiede Kreuztal 1998, ISBN 3-925498-60-5
  • Hans Joachim Schumacher: Das alte Littfeld, Herausgegeben von der Volksbank Littfeld e.G., Druckhaus Kay, Kreuztal 1986
  • Hans Joachim Schumacher: Vom alten Littfeld, Burgholdinghausen und Kindelsberg, Herausgegeben von der Volksbank Littfeld e.G., Druckhaus Kay, Kreuztal, 1987
  • Verein Altenberg e.V.: Die Bergbausiedlung Altenberg, 1979
  • Werner Wied: Kreuztal – junge Stadt am Kindelsberg, Verlag der Buchhandlung Otto Zimmermann, Kreuztal, 1969
  • Verwaltungsberichte der Stadt Kreuztal seit 1969
  • Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler im Lande Nordrhein-Westfalen (Denkmalschutzgesetz – DSchG NRW) vom 11. März 1980 (GV.NW.S. 226) in der aktuellen Fassung

Einzelnachweise

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