Schlitz

Hainbuche, Schlitz

Foto hochladen

Schlitz ist eine Kleinstadt im Vogelsbergkreis in Osthessen. == Geografie == === Geografische Lage === Die Stadt Schlitz liegt am Fluss Schlitz kurz vor dessen Mündung in die Fulda. Flächenmäßig ist sie mit 142,09 km² die viertgrößte Stadt in Hessen nach Frankfurt, Wiesbaden und Oberzent. === Nachbargemeinden === Schlitz grenzt im Norden an die Gemeinden Breitenbach und Niederaula (beide Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Osten an die Gemeinden Haunetal (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und Burghaun sowie die Stadt Hünfeld (beide Landkreis Fulda), im Südosten an die Stadt Fulda (Landkreis Fulda), im Süden an die Gemeinden Großenlüder und Bad Salzschlirf (beide Landkreis Fulda), im Nordwesten an die Stadt Grebenau, im Südwesten an die Gemeinde Wartenberg sowie im Westen an die Kreisstadt Lauterbach (alle drei Vogelsbergkreis). === Stadtgliederung === Schlitz untergliedert sich in die folgenden Stadtteile: Bernshausen, Fraurombach, Hartershausen, Hemmen, Hutzdorf, Nieder-Stoll, Ober-Wegfurth, Pfordt, Queck, Rimbach, Sandlofs, Stadtgebiet Schlitz, Üllershausen, Ützhausen, Unter-Schwarz, Unter-Wegfurth und Willofs.

Kategorie des Ortes
Sehenswürdigkeit
Address
Hainbuche, Schlitz

Beschreibung

Schlitz ist eine Kleinstadt im Vogelsbergkreis in Osthessen.

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt Schlitz liegt am Fluss Schlitz kurz vor dessen Mündung in die Fulda. Flächenmäßig ist sie mit 142,09 km² die viertgrößte Stadt in Hessen nach Frankfurt, Wiesbaden und Oberzent.

Nachbargemeinden

Schlitz grenzt im Norden an die Gemeinden Breitenbach und Niederaula (beide Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Osten an die Gemeinden Haunetal (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und Burghaun sowie die Stadt Hünfeld (beide Landkreis Fulda), im Südosten an die Stadt Fulda (Landkreis Fulda), im Süden an die Gemeinden Großenlüder und Bad Salzschlirf (beide Landkreis Fulda), im Nordwesten an die Stadt Grebenau, im Südwesten an die Gemeinde Wartenberg sowie im Westen an die Kreisstadt Lauterbach (alle drei Vogelsbergkreis).

Stadtgliederung

Schlitz untergliedert sich in die folgenden Stadtteile: Bernshausen, Fraurombach, Hartershausen, Hemmen, Hutzdorf, Nieder-Stoll, Ober-Wegfurth, Pfordt, Queck, Rimbach, Sandlofs, Stadtgebiet Schlitz, Üllershausen, Ützhausen, Unter-Schwarz, Unter-Wegfurth und Willofs.

Nach der Volkszählung von 1840 hatte Schlitz selbst 3135 Einwohner in 549 Wohngebäuden.

Klima

Geschichte

Der Name Schlitz wurde 812 erstmals urkundlich erwähnt. Durch die fünf Burgen der Stadt ist Schlitz über Hessen hinaus bekannt und wird daher auch als Romantische Burgenstadt Schlitz bezeichnet.

Eine Besonderheit bildet der sog. Burgenring – der Innenstadtbereich der Stadt Schlitz, der auf einem Hügel liegend, mit seiner Ansammlung von Burgen, Türmen, Herrenhäusern, der Stadtkirche und vielen Fachwerkhäusern ein gut erhaltenes, geschlossenes historisches Ensemble darstellt. Wegen des Burgenringes und der landschaftlichen Lage der Stadt wurde Schlitz in früheren Zeiten als das „hessische Rothenburg“ bezeichnet.

Die Herren von Schlitz hatten im Mittelalter eine Herrschaft in Lehnsabhängigkeit der Abtei Fulda aufgebaut, ab 1404 nannten sie sich von Schlitz genannt von Görtz (in Dokumenten auch: Gurz oder Görz). Nach Einführung der Reformation 1546 und als Folge des Dreißigjährigen Krieges lösten sie sich jedoch von Fulda. 1677 wurden sie Reichsfreiherren und 1726 Reichsgrafen.

1806 fiel die Landeshoheit der Herrschaft Schlitz im Zuge der Bildung des Rheinbunds und der Mediatisierung der Grafen von Schlitz an das neu gebildete Großherzogtum Hessen. In der Folge war die Herrschaft Schlitz eine hessische Standesherrschaft, zu der neben der Stadt Schlitz 16 Dörfer gehörten.

Einen bedeutenden Handwerkszweig bildete bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Leinenweberei, im Jahr 1823 wurden 176 Leinenweber gezählt.

siehe auch Burg Niederschlitz

Eingemeindungen

Hutzdorf gehört seit dem 1. Januar 1969 zu Schlitz. Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurden am 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Bernshausen, Fraurombach, Hemmen, Nieder-Stoll, Ober-Wegfurth, Pforth, Queck, Rimbach, Sandlofs, Üllershausen, Ützhausen, Unterwegfurth und Willofs eingegliedert. Am 1. August 1972 kamen Kraft Gesetzes Hartershausen und Unter-Schwarz hinzu.

Einwohnerentwicklung

Quellen:

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Ev. Stadtkirche (ehem. St. Margarethen), 812 geweiht
  • Vorderburg
  • Hinterburg
  • Hinterturm (36 m Höhe) mit Turmauffahrt per Aufzug, in der Adventszeit: größte „Kerze“ der Welt. Dabei wird der Hinterturm in ein rotes seidenes Tuch gehüllt und eine Kerzenspitze aus mehreren hunderten Glühbirnen aufgesetzt, die schon von weitem sichtbar ist.
  • Schachtenburg
  • Ottoburg
  • Marktbrunnen
  • Rathaus
  • Auerhahn-Brauerei
  • Schlitzer Kornbrennerei
  • Burg Seeburg (beim Stadtteil Hartershausen)
  • Kath. Pfarrkirche Christkönig
  • Sandkirche auf dem städt. Friedhof, 1612
  • Schloss Hallenburg
  • Burg Niederschlitz
  • Ev. Kirche Fraurombach (Heraklius-Wandmalereien)
  • Schloss Berleburg

Fluss-Station Schlitz

Von 1951 bis 2006 war in Schlitz die Fluss-Station Schlitz angesiedelt, eine Arbeitsgruppe des Max-Planck-Instituts für Limnologie, die die Ökologie des Breitenbachs in den zwei Naturschutzgebieten Breitenbachtal und Breitecke erforscht. Der Breitenbach wurde durch eine Vielzahl von Untersuchungen und Veröffentlichungen eines der am besten erforschten und dokumentierten Fließgewässer der Welt. Im Jahr 2006 wurde diese Forschungsstation mit der Emeritierung des wissenschaftlichen Leiters von der Max-Planck-Gesellschaft geschlossen.

Schlitzerländer Tierfreiheit (geschlossen)

Von 1972 bis 1998 wurde unter dem Namen Schlitzerländer Tierfreiheit ein privater Tierpark betrieben, der wegen nicht artgerechter Haltung und mangelnder Versorgung seiner Bären mehrfach in der Kritik stand.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Bürgermeister

  • 1880–: Otto Zinsser, NLP
  • 1919–: Friedrich Niepoth, DVP
  • 1933: Alfred Klostermann, NSDAP
  • 1960–1970: Hanns-Heinz Bielefeld, FDP
  • 1970–1994: Siegfried Klee, SPD
  • seit 1995: Hans-Jürgen Schäfer, CDU – Ergebnis der letzten Wahl (Direktwahl): 28. Oktober 2012 mit 60,4 % bei einer Wahlbeteiligung von 57,3 %, wurde 1995 erstmals direkt gewählt.

Ortsvorsteher des Ortsteils Schlitz ist Thomas Landgraf (Stand Oktober 2014).

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften gibt es mit folgenden Städten:

  • Ungarn Bogyiszló, Ungarn

Kultur

Sport

Örtliche Sportvereine sind unter anderem die TSG Slitisa e. V. Schlitz, der FSV Pfordt und der SV Queck.

Vereine (Kultur)

  • Schlitzer Kirmesburschen
  • 1. Ützhäuser Bauwagen – Club
  • Backhuss-Jonge Willofs
  • Egerländer Gmoi
  • Freunde und Förderer der Hess. Akademie für musisch-kulturelle Bildung e. V.
  • Förderverein Heraklius Wandmalereien in der Evangelischen Kirche Fraurombach e. V. (Sitz im Dorfmuseum 'Buisch ahl Huss', Fraurombach)
  • Geflügelzuchtverein Schlitz und Schlitzerland e. V.
  • Heimat- und Trachtenfestverein Schlitzerland e. V.
  • Hutzeljonge Hutzdorf
  • Jugendfeuerwehr Rimbach
  • Karnevalsverein Ützhausen
  • Kirmesburschenschaften
  • Kulturbund Queck
  • Landfrauenverein Schlitz
  • Rad-Wander-Ski-Club Ützhausen e. V.
  • Schenne-Verein Hutzdorf
  • Schlitzerländer Trachten- und Volkstanzkreis e. V.
  • VHC Zweigverein Schlitz
  • Zweitaktfreunde Schlitzerland

Freizeit- und Sportanlagen

Die Stadt verfügt über ein Freibad, einen Campingplatz und eine Drei-Felder-Sporthalle. Im Stadtteil Pfordt befinden sich zwei Baggerseen.

Durch Schlitz verlaufen folgende Radwanderwege:

  • Der verlängerte Vulkanradweg, der auf der ehemaligen Trasse der Oberwaldbahn von Altenstadt (Hess) in der Wetterau bis Lauterbach (Hess) führt und später bis Schlitz (Hess) verlängert wurde.
  • Der Vulkanradweg ist inzwischen Teil des BahnRadwegs Hessen, der von Hanau auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250 km durch den Vogelsberg und die Rhön führt.
  • Der Hessische Radfernweg R7 verbindet Werra und Taunus über den Vogelsberg.
  • Bis ins Fuldatal sind es auf dem R7 noch zwei Kilometer, wo der Hessische Radfernweg R1 (Fulda-Radweg) und die D-Route 9 (Weser-Romantische-Straße) verlaufen. Der R1 führt über 250 km von den Höhen der Rhön entlang der Fulda bis Bad Karlshafen an der Weser. Die D-Route 9 führt von der Nordsee über Bremen, Kassel, Fulda und das Taubertal nach Füssen im Allgäu (1.197 km).

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Das Schlitzerländer Trachtenfest findet immer in ungeraden Jahren am zweiten Juliwochenende statt.
  • Das Schlitzer Altbierfest, welches immer in den geraden Jahren im Juli stattfindet.
  • Der Schlitzerländer Weihnachtsmarkt. Hierfür wird der Hinterturm durch Dekoration in eine „rote Kerze“ verwandelt.
  • Das Schlitzer Rünkelrübenfest, bei dem die ganze Stadt mit Runkelrüben verziert wird.

Museen

  • Burgmuseum Schlitz
  • Dorfmuseum 'Buisch ahl Huss', Fraurombach

Wirtschaft und Infrastruktur

Ortsansässige Unternehmen

Verkehr

Schlitz ist für den Fernverkehr über die A 7 über die Abfahrt Hünfeld/Schlitz erreichbar. In der Nähe liegen die Städte Fulda und Lauterbach.

Der Bahnhof Schlitz (Hess) lag an der Bahnstrecke Bad Salzschlirf–Niederjossa. Diese Bahnstrecke ist stillgelegt.

Öffentliche Einrichtungen

Es existieren eine Leihbücherei, eine Musikschule, ein Bürgerhaus und ein Freibad.

Bildung

In Schlitz befindet sich:

  • Hessische Akademie für musisch-kulturelle Bildung gGmbH (Landesmusikakademie) im Schloss Hallenburg.
  • Gesamtschule Schlitzerland
  • Dieffenbachschule (Grundschule)

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

In chronologischer Sortierung nach Geburtsjahr

  • Friedrich Wilhelm von Schlitz (1647–1728), Geheimrat und Kammerpräsident
  • Johann Eustach von Görtz (1737–1821), Erzieher und Diplomat
  • Heinrich Fresenius (Politiker) (1785–1846), Landtagsabgeordneter
  • Heinrich Schäfer (1794–1869), Historiker
  • Georg Christian Dieffenbach (1822–1901), Pfarrer und Dichter
  • Friedrich Wilhelm Johannes Jäger (1833–1888), deutscher Maler
  • Ernst Süffert (1863–1933), Verwaltungsjurist, Präsident der Oberrechnungskammer und des hessischen Verwaltungsgerichtshofs
  • Carl Wilhelm Kern (1874–1945), Komponist, Pianist und Musiktheoretiker, tätig in den USA
  • Friedrich Niepoth (1888–1963), Bürgermeister von Schlitz und Landtagsabgeordneter (DVP)
  • Jost Trier (1894–1970), Altgermanist
  • Bianca Döring (* 1957), Schriftstellerin, Musikerin und Malerin
  • Volker Jung (Theologe) (* 1960), Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
  • Florian Illies (* 1971), Journalist, Schriftsteller, der in seinem Buch Ortsgespräch das deutsche Landleben am Beispiel seines Heimatortes beschreibt.

Weitere Persönlichkeiten

In chronologischer Sortierung nach Geburtsjahr

  • Cyriacus Spangenberg (1528–1604), evangelischer Theologe, Kirchenlieddichter und Historiker. War von 1581 bis 1595 Pfarrer in Schlitz.
  • Johann Ferdinand Schlez (1759–1839), Geistlicher, Pädagoge und Schriftsteller, Schulinspektor und Konsistorialrat am Ort, reformierte das Schulwesen
  • Gudrun Pausewang (* 1928), Autorin, lebt seit 1972 in der Stadt. Ihre zwei bekanntesten Bücher spielen teilweise in Schlitz: Die Wolke und Die letzten Kinder von Schewenborn (Schlitz wird hier zwar Schewenborn genannt, die Beschreibung des Ortes und der Umgebung ist jedoch eindeutig. In einem Nachwort weist die Autorin zudem ausdrücklich darauf hin, dass Schlitz gemeint ist).

Schlitz im Film

  • Tischlein deck dich, Eselein streck dich, Knüppel aus dem Sack (UFA 1921, Regie: Wilhelm Prager)
  • Die Wolke (2006, Regie: Gregor Schnitzler)
  • Das Märchen vom Schlaraffenland (ARD/HR 2016, Regie: Carsten Fiebeler)

Literatur

  • Karl Wagner, Gustav Georg Lange, Johann Wolfgang Appell: Das Großherzogtum Hessen, Darmstadt 1849, Bd. 2, S. 99 ff.
  • Heinrich Sippel: Ein Streifzug durch die Schlitzer Geschichte, Schlitz 1987
  • Magistrat der Stadt Schlitz (Hrsg.), Puthz Volker, Braungart Jürgen, u. a.: 1200 Jahre Schlitz. Festschrift zum 1200-jährigen Jubiläum der Stadt Schlitz und ihrer Stadtkirche, Schlitz 2011.ISBN 978-3-00-036833-2

Weblinks

  • Offizielle Seite der Stadt Schlitz
  • „Schlitz, Vogelsbergkreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  • Literatur über Schlitz in der Hessischen Bibliographie

Einzelnachweise

Bitte einloggen

This action requires you to sign in into your account

Einloggen