Schloss Wellenburg

Wellenburg, Bergheim, Augsburg

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Das Schloss Wellenburg, auch Fuggerschloss genannt, gelegen auf einem bewaldeten Geländesporn hoch über dem Tal der Wertach, ist ein im Stil der Neugotik umgestaltetes Schloss im Stadtteil Augsburg-Bergheim. Es wird seit 1595 von der Familie Fugger-Babenhausen bewohnt und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. == Geschichte == Schon vor dem 13. Jahrhundert gab es die Wellenburg. Vermutlich war sie im Besitz der bischöflichen Kämmerer von Wellenburg.

Kategorie des Ortes
Schloss
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Wellenburg, Bergheim, Augsburg

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Beschreibung

Das Schloss Wellenburg, auch Fuggerschloss genannt, gelegen auf einem bewaldeten Geländesporn hoch über dem Tal der Wertach, ist ein im Stil der Neugotik umgestaltetes Schloss im Stadtteil Augsburg-Bergheim. Es wird seit 1595 von der Familie Fugger-Babenhausen bewohnt und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Geschichte

Schon vor dem 13. Jahrhundert gab es die Wellenburg. Vermutlich war sie im Besitz der bischöflichen Kämmerer von Wellenburg. St. Radegundis war dereinst Viehmagd auf dem Schloss.

1507 kam das mehrmals zerstörte und neuerrichtete Schloss über mehrere Augsburger Geschlechter – die der Portner, Herwart, Langenmantel und Onsorg – an den Augsburger Patriziersohn und Dompropst Matthäus Lang, welcher von Maximilian I. den Ehrentitel Edler von Wellenburg und später als Fürsterzbischof von Salzburg durch Papst Julius II. die Kardinalswürde verliehen bekam. Er ließ dort bis 1513 ein Lustschloss errichten, das er dem Kaiser zur Verfügung stellte:

1530 fanden in Wellenburg Feste und Turniere zu Ehren Karls V. statt. Wohl aus diesem Anlaß entstand um 1536 ein Holzschnitt... mit der frühesten Ansicht der Burg, die damals eine rechteckige Anlage mit Satteldach, vier Ecktürmen und hohem Treppenturm war, dessen Unterbau heute noch besteht.

1595 erwarb Jakob Fugger III., Besitzer von Schloss Babenhausen, für 70.000 Gulden das Schloss Wellenburg und die dazugehörenden Liegschaften und ließ bald das äußere Schlosstor durch den Augsburger Stadtbaumeister Elias Holl erbauen. Durch den aus dem Bregenzerwald stammenden und in Günzburg ansässigen Baumeister Valerian Brenner wurden die Schlosskapelle St. Georg im Erdgeschoss des Hauptflügels und die Stallungen erweitert. An späteren Renovierungen war auch der angesehene Barockmeister Hans Georg Mozart, Urgroßonkel von Wolfgang Amadeus Mozart, beteiligt.

Im Jahre 1857/1858 ließ Fürst Leopold Fugger-Babenhausen das Schloss im Stil der Neugotik um- und ausbauen. Welcher Baumeister dafür verantwortlich zeichnete (in Frage kommen Georg von Stengel oder Georg Gollwitzer) konnte bisher in der Forschung nicht ermittelt werden.

Historisch interessant ist die Schlosskapelle St. Georg, die wie der Haupttrakt des Schlosses um 1513 erbaut wurde:

Sie enthält eine reiche Anzahl von mittelalterlichen Skulpturen. Hervorzuheben sind eine lebensgroße Georgsfigur vom Ende des 15. Jahrhunderts sowie ein Kruzifix, das in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt. Die neugotische Altarmensa zeigt ein Holzrelief von etwa 1520: Kreuztragung Christi. Ein Altarflügelpaar mit dem heiligen Sebastian wurde von Ernst Bucher zwischen 1460 und 1470 datiert und in die Schule des 'Augsburger Meisters der Ulrichslegende' eingereiht.

Zum Schloss Wellenburg führt von Göggingen aus eine etwa zwei Kilometer lange Allee von etwa 350 Linden, die 1840 angelegt wurde.

Literatur

  • Nicole Riegel: Die Bautätigkeit des Kardinals Matthäus Lang von Wellenburg (1468–1540), Münster (Westf.) 2009. ISBN 978-3-930454-75-4
  • Petzet, Michael (Hrsg.): Denkmäler in Bayern. Band 85: 7, Schwaben, freie Kreisstädte. Lipp, München 1990, ISBN 3-7954-1003-7.
  • Martin Kluger: Die Fugger. Die deutschen Medici in und um Augsburg. Augsburg 2009, S. 146–147.
  • Wilhelm Neu, Frank Otten: Bayerische Kunstdenkmale. Band 30: Landkreis Augsburg. Deutscher Kunstverlag, München 1970.
  • Franz zu Sayn-Wittgenstein: Schlösser in Bayern. München 1975, S. 269–270.
  • Wilfried Sponsel: Burgen, Schlösser und Residenzen in Bayerisch-Schwaben. Satz und Grafik Partner, Augsburg 2009, ISBN 978-3-935438-54-4, S. 118–119 (online).

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