Burg Lauenstein

Burgstraße, Fischbachsmühle, Ludwigsstadt

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Die Burg Lauenstein ist eine mittelalterliche Höhenburg auf 550 m ü. NN über der oberfränkischen Ortschaft Lauenstein, einem Ortsteil der südöstlich davon gelegenen Stadt Ludwigsstadt. Mit ihrer Lage im Norden des Landkreises Kronach ist die Burg, deren älteste Teile auf das 12. Jahrhundert datiert werden können, die nördlichste Burg Bayerns. == Geschichte == Die ältesten Teile der Burg gehen auf die Mitte des 12.

Kategorie des Ortes
Schloss
Adresse
Burgstraße, Fischbachsmühle, Ludwigsstadt

Beschreibung

Die Burg Lauenstein ist eine mittelalterliche Höhenburg auf 550 m ü. NN über der oberfränkischen Ortschaft Lauenstein, einem Ortsteil der südöstlich davon gelegenen Stadt Ludwigsstadt. Mit ihrer Lage im Norden des Landkreises Kronach ist die Burg, deren älteste Teile auf das 12. Jahrhundert datiert werden können, die nördlichste Burg Bayerns.

Geschichte

Die ältesten Teile der Burg gehen auf die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück, erstmals urkundlich erwähnt wurde sie als „Castro Lewinstein“ im Jahr 1242. Eine große strategische Bedeutung hatte die Burg aufgrund ihrer vorgeschobenen Lage im nördlichen Grenzbereich Frankens. Sie war unter anderem im Eigentum der Grafen von Meranien und der Grafen von Orlamünde. 1427 kam die Burg in die Lehensherrschaft des Markgrafen Friedrich I. von Brandenburg aus dem Adelsgeschlecht der Hohenzollern.

1506 wurde Ritter Heinrich von Thüna († 1513) mit Herrschaft und Burg Lauenstein belehnt. Christoph von Thüna besaß die Herrschaft Lauenstein zwischen 1535 und 1585, dazu gehörten die Forste um Ludwigsstadt, Ebersdorf, Lauenstein, Tettau und Langenau. Christoph von Thüna ließ von 1551 bis 1554 den heutigen Hauptflügel im Stil der Renaissance mit seinen diagonal gestellten vier Ecktürmen errichten.

1622 erwarb Markgraf Christian von Brandenburg-Bayreuth die Burg. 1791 fiel sie im Rahmen des Geheimvertrags des Markgrafen Carl Alexander an Preußen und dann am 30. Juni 1803 im Zuge eines Grenz- und Landestauschvertrags an das Kurfürstentum Bayern. Ab 1815 kam sie in private Hände und verfiel. Der Privatmann Dr. Ehrhard Messmer renovierte 1896 den heruntergekommenen Bau und stattete ihn für die Nutzung als Hotel neu aus. Diese grundlegende Instandsetzung erfolgte unter dem Eindruck von Historismus und Jugendstil im Stile der Wartburg.

Während des Ersten Weltkriegs war die Burg vom 29. bis zum 31. Mai und vom 29. September bis zum 3. Oktober 1917 zweimal Veranstaltungsort der sogenannten Lauensteiner Tagungen, die auf Initiative des Verlegers Eugen Diederichs einberufen wurden, und bei denen sich bedeutende Gelehrte, Schriftsteller, spätere Politiker und weitere Intellektuelle jener Zeit zu einem offenen Austausch über die Zukunft Deutschlands nach dem Krieg zusammenfanden. Zu den Teilnehmern dieser Tagungen, die Menschen aus den unterschiedlichsten politischen Lagern zusammenführte, gehörten beispielsweise der Soziologe Max Weber, der spätere Revolutionär und expressionistische Dramatiker Ernst Toller, die Dichterin und Frauenrechtlerin Berta Lask, der Ökonom Edgar Jaffé oder der spätere erste Bundespräsident der Bundesrepublik Theodor Heuss.

In der Burg befand sich im Zweiten Weltkrieg eine Dienststelle des militärischen Geheimdienstes Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht. Die Dienststelle war eine Forschungsstelle für Fälschung von Pässen, Geheimtinten, Mikrokameras usw. In der Burg Lauenstein stand von März bis Juni 1944 Admiral Wilhelm Canaris, von 1935 bis 1944 Chef der Abwehr, unter Hausarrest.

1962 erwarb der Freistaat Bayern die Burg und sanierte die Gesamtanlage in den Jahren 1966 bis 1976. Hierbei mussten unter anderem Teile des Mauerwerks abgetragen und erneuert, die Räume vollständig restauriert sowie Dachstuhl und Decken der einzelnen Stockwerke wiederhergestellt werden.

Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen gestaltete in zahlreichen Räumen der Hauptburg ein umfangreiches Museum mit möblierten Schauräumen und Spezialsammlungen, zum Beispiel für Waffen, Schmiedeeisen, Lampen, Volkskunst und Instrumente.

Burghotel

Erstmals wurden ab 1898 Teile der Burg Lauenstein als Hotel genutzt, nachdem Ehrhard Messmer die jahrelang dem Verfall preisgegebene Anlage zwei Jahre zuvor erworben und renoviert hatte. Zu den Gästen, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die Räume der Hauptburg bewohnten, gehörten unter anderen die Schriftsteller Ernst von Wolzogen und Joachim Ringelnatz, Zar Ferdinand I. von Bulgarien und der spätere Bundespräsident Theodor Heuss.

Nachdem die Burganlage in den Besitz des Freistaats Bayern übergegangen war, wurde im ehemaligen Wohnhaus des Amtmannes in der Vorburg eine Burgschänke mit Hotel eingerichtet. Zu den Gästen zählten unter anderen die englische Rockband Deep Purple und der Pianist, Dirigent und Fernsehmoderator Justus Frantz. Im Jahr 2007 wurde die Einrichtung geschlossen und nur noch die Hauptburg museal genutzt.

Im April 2011 wurde bekannt, dass ein Kronacher Unternehmer das Hotel umfangreich sanieren und wieder eröffnen wollte. Die bereits seit dem Jahr 2009 geführten Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern gerieten jedoch ins Stocken und drohten zu scheitern, da der Unternehmer einen Kauf der gesamten Anlage anstrebte, während der Freistaat als Eigentümer eine Erbpachtlösung favorisierte. Erst Anfang November 2012 konnten sich die beiden Parteien auf ein Sanierungskonzept einigen, bei dem der Freistaat Bayern weiterhin Eigentümer geblieben wäre und die Burg an den Unternehmer verpachtet hätte. Die Unterzeichnung des entsprechenden Vertrages hätte bis Ende 2013 erfolgen müssen. Mitte des Jahres 2013 geriet das Vorhaben jedoch erneut ins Stocken, da das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege grundsätzliche Bedenken wegen mehrerer geplanter Erweiterungsbauten für die unter Denkmalschutz stehende Burganlage äußerte. Da zwischen den beteiligten Parteien keine Einigung erzielt werden konnte, verkündete der Kronacher Unternehmer Ende November 2013 seinen Ausstieg aus dem Projekt. Bereits im September 2012 hatte der Freistaat Bayern seine Absicht erklärt, in diesem Fall die Burganlage selbst zu sanieren.

Im Februar 2014 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, bei der vier Architekturbüros Möglichkeiten für den Ausbau der Burganlage erarbeiteten. Ab April 2014 suchte der Freistaat zunächst nach einem privaten Investor, der auf Grundlage dieser Studie die Sanierung und Erweiterung des Hotels übernehmen sollte. Da diese Suche erfolglos blieb, wurde von Dezember 2014 bis Anfang Februar 2015 mit einer öffentlichen Ausschreibung ein Pächter für das zukünftige Burghotel gesucht. Die Gespräche mit den Interessenten wurden Anfang August 2016 jedoch ergebnislos beendet. Ende 2017 beschloss der Freistaat Bayern, durch die Bayerische Schlösserverwaltung in den Räumen des ehemaligen Hotels und des Torbaus mehrere Ferienwohnungen einzurichten und den Orlamündesaal in der Hauptburg als Veranstaltungsraum umzubauen.

Legenden

Mantelburg

Im Volksmund wird Burg Lauenstein häufig als „Mantelburg“ bezeichnet. Dieser Name beruht auf der Gründungslegende der Burg, die bereits um das Jahr 915 von König Konrad I. errichtet worden sein soll, um die Grenzen seines Reiches nach Norden hin abzusichern. Ursprünglich sollte das Bauwerk auf dem südöstlich von Lauenstein gelegenen Schwarzen Berg entstehen, was jedoch am Eingreifen dunkler Mächte scheiterte: Jede Nacht wurden die am Tag zuvor errichteten Mauern wieder zerstört. Der Bau gelang erst, als Konrad dem Rat eines weisen Einsiedlers folgte, den Bauplatz an den heutigen Standort der Burg verlegte und ihn zum Schutz vor den dunklen Mächten mit seinem in Streifen geschnittenen Königsmantel umgab.

Köchinnengrab

In der Nähe der Burg, am beschilderten Märchenpfad Lauenstein, befindet sich das Köchinnengrab. Eine Informationstafel unterrichtet den Wanderer, dass an dieser Stelle der Überlieferung zufolge im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft der Ritter von Thüna eine Köchin vom Schloss Lauenstein wegen Kindesmordes bei lebendigem Leib gepfählt und begraben wurde. Die Verurteilung sei nach den Gesetzen des Sachsenspiegels erfolgt. Heute erinnern nur ein paar kleine Felsbrocken daran, deren historische Herkunft nicht belegt ist.

Literatur

  • Elmar D. Schmid, Horst H. Stierhof: Burg Lauenstein: amtlicher Führer. 5. Auflage. Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, München 1996. 
  • Hans-Jörg Henning: Führer durch die Burg Lauenstein im Frankenwald. 1. Auflage. Carl Link Verlag, Kronach 1972. 
  • Siegfried Scheidig: Lauenstein: Eine Wanderung durch die Vergangenheit. Verlag Helmut Wagner, Lauenstein 1977. 
  • Heinz Höhne: Canaris: Patriot im Zwielicht. Bertelsmann, München 1984, ISBN 3-570-01608-0. 

Weblinks

  • Burg Lauenstein auf der Webseite der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
  • Burg Lauenstein auf der Webseite des Hauses der Bayerischen Geschichte (Pläne, Geschichte, Baugeschichte, Baubestand)

Einzelnachweise

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