Theatinerkirche

Bezirksteil Graggenau, München

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Die katholische Stiftskirche St. Kajetan in München, genannt Theatinerkirche, war Hof- und zugleich Klosterkirche des Theatinerordens. Sie ist die erste im Stil des italienischen Hochbarock erbaute Kirche nördlich der Alpen. Das Kirchengebäude in der Theatinerstr. 22 liegt im Nordosten des Kreuzviertels an der Feldherrnhalle und gehört heute architektonisch zum Ensemble des Odeonsplatzes.

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Bezirksteil Graggenau, München

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Beschreibung

Die katholische Stiftskirche St. Kajetan in München, genannt Theatinerkirche, war Hof- und zugleich Klosterkirche des Theatinerordens. Sie ist die erste im Stil des italienischen Hochbarock erbaute Kirche nördlich der Alpen. Das Kirchengebäude in der Theatinerstr. 22 liegt im Nordosten des Kreuzviertels an der Feldherrnhalle und gehört heute architektonisch zum Ensemble des Odeonsplatzes. Die Mutterkirche des Theatinerordens ist Sant’Andrea della Valle, Rom, erbaut im 16. Jahrhundert.

Geschichte und Architektur

1659 legte Henriette Adelheid von Savoyen, Gemahlin von Kurfürst Ferdinand Maria, das Gelübde ab, als Dank für die Geburt eines Erbprinzen die „schönste und wertvollste Kirche“ errichten zu lassen. Diese sollte Hofkirche und Stiftskirche für die Theatiner werden.

Nachdem der Kronprinz und spätere Kurfürst Max Emanuel am 11. Juli 1662 geboren worden war, erhielt Agostino Barelli aus Bologna den Entwurfsauftrag. Als Bauplatz für Kirche und Kloster wurde die Nordostecke des Kreuzviertels direkt an Stadtmauer und Schwabinger Tor ausgewählt, die gegenüber der Residenz liegt. Bereits am 29. April 1663 erfolgte die Grundsteinlegung. Barelli nahm sich als Vorbild die Mutterkirche der Theatiner, Sant’Andrea della Valle, in Rom. Vom Raumtypus her wurde die Kirche als eine Kuppelbasilika über lateinischem Kreuz entworfen. Über diesem Grundriss erhebt sich ein Langhaus in fünf Jochen, tonnengewölbt, mit überkuppelten Seitenkapellen, die kurzen Querschiffe sind flach geschlossen, der Chor dagegen im Halbkreis; die hohe Tambourkuppel überwölbt die Vierung.

Während der Rohbauarbeiten kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Barelli und seinem Bauleiter Antonio Spinelli, selbst Theatiner und Beichtvater Henriettes, die zur vorübergehenden Entlassung Barellis führten. Schließlich vollendete Agostino Barelli bis 1674 noch den Rohbau und verließ dann München.

Im selben Jahr übernahm Enrico Zuccalli die künstlerische Leitung. Schwerpunkt seiner Tätigkeit war die Außengestaltung. Zuccalli bestimmte die Form der 71 m hohen Tambourkuppel mit einem Durchmesser von knapp 18 m und später auch der beiden sehr eigenwilligen 65 m hohen Türme. Das Hauptschiff weist eine Länge 72,50 m, eine Breite von 15,50 m und eine Höhe von 28,55 m auf, die Kuppel wurde etwas kleiner gestaltet als ursprünglich geplant. Gleichzeitig arbeitete Zuccalli auch an der dekorativen Ausgestaltung des Kircheninnenraumes entscheidend mit. Ebenfalls 1674 begannen der Comer Giovanni Nicolò Perti und Giovanni Viscardi sowie Abraham Leuthner mit den Stuckarbeiten.

Am 11. Juli 1675 wurde die Kirche geweiht – sie war zu diesem Zeitpunkt weitgehend noch im Rohbauzustand. Lange Diskussionen über die endgültige Fassadengestaltung verzögerten die Fertigstellung; ein endgültiges Ergebnis wurde nicht gefunden. So errichtete Zuccalli zuerst zwischen 1684 und 1692 nach seinen Plänen die Türme, 1688 war die Innenausstattung vollendet. Ab 1692 bis zur Fertigstellung übernahm Giovanni Viscardi die Bauleitung. Henriette von Savoyen machte Kirche zum Sitz ihrer Kongregation der Adeligen Dienerinnen Mariens. Sie verstarb 1676 und erlebte die Fertigstellung der Theatinerkirche nicht mehr.

Lange Zeit blieb die Außenfassade der Theatinerkirche weiterhin unvollendet, trotz vielfältiger Diskussionen erzielte man keine Einigung. Erst rund 100 Jahre nach der Weihe entwarf François de Cuvilliés der Ältere 1765 eine Fassade im Stile des Rokokos mit nur leichten Veränderungen, die sein Sohn François de Cuvilliés der Jüngere vollendete. Die Breite der Fassade wird durch Sockel, Gebälk, Attika und Dreiecksgiebel betont, währen die Pilaster und Säulen in dorischer (unten) und ionischer (oben) Ordnung die Fassade in die Höhe streben lassen. Das breite Gesims zwischen den beiden Geschossen bindet auch die Türme ein. Die Schnecken unter den Turmhelmen sind durch die Kuppel von Santa Maria della Salute in Venedig inspiriert. Im Giebel der Fassade befindet sich das Allianzwappen des damals regierenden Kurfürsten Maximilian III. Joseph und seiner Gemahlin Maria Anna von Sachsen-Polen.

Der Klosterbau trug die Handschrift Zuccallis, unter dessen Leitung der Baumeister Lorenzo Perti die Gebäude aufführte. Kirche und Kloster bildeten ein gewaltiges Viereck zwischen Stadtmauer, Schwabinger Gasse (der heutigen Theatinerstraße), Kuhgasse (der heutigen Salvatorstraße) und Salvatorplatz.

Die Theatiner erlangten einen guten Ruf als Seelsorger und Gelehrte, bis sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein zunehmender Verfall der Zucht und Finanzen bemerkbar machte. Kurfürst Max IV. Joseph, der spätere König Max I. Joseph, hob am 26. Oktober 1801 das Kloster schon vor der Säkularisation auf. Die Theatinerkirche blieb Stiftskirche und Hofkirche, während in das Konventgebäude die kurfürstlichen Departements (Ministerien) für Finanzen, Justiz und Geistliche Sachen verlegt wurden, nachdem bereits 1799 das Departement der Auswärtigen Angelegenheiten in das noch bestehende Theatinerkloster eingezogen war. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb das Theatinerkloster Standort der kurfürstlichen Regierung.

Während des Zweiten Weltkrieges, besonders in den Jahren 1944/45, wurde die Kirche teilweise schwer, das Kloster bis auf den Westtrakt sehr schwer zerstört. Das Altarbild Die Stiftung der Theatinerkirche durch das Kurfürstenpaar (Antonio Zanchi, 1675) wurde ebenfalls zerstört. Bereits 1946 begann der Wiederaufbau, der 1955 weitgehend abgeschlossen wurde. Seit 1954 betreuen Dominikaner die Stiftskirche und haben seitdem eine kleine Niederlassung an St. Kajetan. Die Wiederbebauung des ehemaligen Klostergeländes wurde 1973 abgeschlossen. Der so entstandene Gebäudekomplex beherbergt das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Seit 2001 ist eine umfassende Generalsanierung der Kirche im Gang. Im Zuge derselben wurde auch das Projekt einer neuen Altarraumgestaltung angestoßen.

Maße des Bauwerkes

  • Länge des Hauptschiffs: 72,50 m
  • Breite des Hauptschiffs: 15,50 m
  • Höhe des Hauptschiffs: 28,55 m
  • Höhe der Türme: 64,60 m
  • Höhe der Kuppel: 70,20 m
  • Durchmesser der Kuppel: 17,70 m

Ausstattung

Geschichte der Hochaltäre

Von der Einweihung der Kirche im Jahr 1675 bis zur Zerstörung des Chorraumes im Zweiten Weltkrieg wechselten vier Hochaltäre ab: Zur Einweihung am 11. Juli 1675 war ein Entwurf des damaligen Bauleiters und Theatiners, Antonio Spinelli, ausgeführt worden. Dieser erste, von der Kurfürstin Henriette Adelheid bei Spinelli am 15. Januar 1670 in Auftrag gegebene Altar bestand aus zwei überlebensgroßen knienden Engeln, welche ein großes Kugeltabernakel stützten. Möglicherweise handelte es sich hier aber nur um ein provisorisches Modell, dessen finale Ausführung nie umgesetzt wurde (vergleiche Kugeltabernakel San Giorgio Maggiore Venedig). In seinem 1687 erschienenen Kurbayerischem Atlas beschreibt der Münchner Jurist Anton Wilhelm Ertl den Altar von 1675 im Ensemble mit den vier Evangelisten Ableithners wie folgt: „Neben dem Chor=Altar seynd zwey grosse Cherubim / und dann die vier heiligen Evangelisten über Manns Grösse.“

In den 1720er-Jahren wurde dieser erste Hochaltar durch den zweiten, meist auf 1722 datierten, ersetzt. Dieser wies das bekannte rundtempelartige Tabernakel auf, welche damals noch mit der Mensa eine Einheit bildete. 1854 wurde dieser „Tempietto-Altar“ durch die mutmaßliche Rekonstruktion des ursprünglichen „Hochaltars von 1675“ ersetzt. Statt durch kniende Engel und ein Rundtabernakel zeichnete dieser dritte Hochaltar sich jedoch durch ein schrankartiges dreiteiliges Altarretabel aus. 1928 bis 1930 wiederum wurde diese dritte Lösung durch einen Nachbau des „Tempietto-Altars“ von 1722 abgelöst. Er war es auch, der am 7. Januar 1945 zerstört wurde.

Die üblicherweise als „Altar von 1722“ bezeichnete Fassung, welche den Kirchenraum am längsten (1720er bis 1854; 1930er bis 1945) schmückte, fügte sich, wie davor Spinellis kniende Engel mit Kugeltabernakel, hervorragend in das Gesamtkunstwerk der Theatinerkirche. Die „Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern“ stellen fest, der „gewaltige Hochaltar“ wäre „von großer decorativer Wirkung“ gewesen. Er schied sich in einen vorderen und einen hinteren Teil. Altaraufbau und Mensa mit Tabernakel (vom Beginn des 19. Jahrhunderts) standen getrennt. Dazwischen lag der Musik- und Psalierchor. In der ursprünglichen Anordnung standen zu den Seiten der Mensa Portalbauten, die von überlebensgroßen Statuen der vier Evangelisten (von Balthasar Ableithner) eingerahmt waren: „Diese Gestalten, wie auch die flottgearbeiteten Engelsfiguren, welche beiderseits die Oratorien des Chores tragen, gleichfalls von der Hand Ableithners, stimmen harmonisch zu der decorativen Gesammtwirkung des Presbyteriums“ (Kunstdenkmäler, S. 960).

Im Zweiten Weltkrieg zerstörte ein Luftangriff den Chorraum – Chorschranke, Altar und Tabernakel – sowie die Figur des hl. Matthäus. Während der hl. Lukas schwer beschädigt wurde, blieben die Figuren der hl. Evangelisten Markus und Johannes erhalten. Johannes und Markus wurden auf die Obergeschosse der beiden Querhausaltäre gestellt. Die nach dem Krieg geschaffene neue Chorraumgestaltung bestand aus einem schlichten, steinernen Altar mit Mensa und Tabernakel, der auf mehreren Stufen platziert war. Hinter dem Altar wurde der Chorraum durch einen an einem schmiedeeisernen Gitter befestigten Vorhang abgetrennt. Im Gefolge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde ein zusätzlicher Altar aus Holz aufgestellt. Dieser bis heute in der Kirche befindliche Altar fügt sich harmonisch in den Kirchenraum ein. Das Projekt „Neugestaltung des Altarraums“ führte bisher zu keinem Ergebnis – die Entwürfe von Friedrich Koller und Stephan Huber wurden nicht umgesetzt.

2004 kehrten die Evangelisten Markus und Johannes mit Unterstützung des Staatlichen Bauamts München I von den Obergeschossen der Querhausaltäre in den Altarraum zurück. Dank der finanziellen Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gelang die Ergänzung der bis dahin nur in Fragmenten erhaltenen Lukasfigur, deren Rekonstruktion der in Deggendorf lehrende Professor Jörg Maxzin ausführte. Von der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Matthäusfigur sind nur Schwarz-Weiß-Fotos erhalten – eine künstlerisch anspruchsvolle Kopie des verlorenen Originals war damit kaum möglich. Somit wurde der römische Bildhauer Giuseppe Ducrot von der katholischen Kirchenstiftung St. Kajetan mit einer Neuschöpfung beauftragt. Er schuf zunächst ein Modell, das der Südtiroler Bildhauer Gregor Prugger unter seiner Ägide in Lindenholz umsetzte. Die neue Figur schließt nun die Lücke am Hochaltar, wobei sie sich in Größe und Ausdruck den barocken Figuren anpasst, aber bewusst als Neuschöpfung erkennbar ist. Die gesamten Kosten der Matthäusfigur übernahm die Bauer´sche Barockstiftung. Somit nähert sich der aktuelle Zustand wieder dem originalen von 1722 an. Bereits 2004 wurden auch die beiden Torbögen in provisorischer Ausführung (aus Holz und Kunststoff) wieder errichtet. Im Frühjahr 2016 wurde der den Altarraum abtrennende graue Vorhang durch ein neues Provisorium in Holz- und Textilausführung ersetzt.

Gemälde

Die größten Werke finden sich an den drei Hauptaltären, also in der Apsis und in den beiden Querarmen. Den Hochaltar zierte einst ein Gemälde (1675) von Antonio Zanchi, das die Heiligen St. Kajetan und Adelheid, sowie die kurfürstliche Stifterfamilie kniend darstellte, sowie zwei Pagen, die ein Modell der Theatinerkirche in den Händen halten. Dieses Bild wurde aber im vorletzten Kriegsjahr 1944 zerstört. Der Altar enthält nun ein Gemälde von Gaspar de Crayer, das eine thronende Madonna zeigt. Im linken Seitenaltar, also im Querschiff der Kirche, befindet sich ein Altarbild aus der Hand des renommierten Malers Joachim von Sandrart, das „Kajetans wunderbares Eingreifen bei der Pest zu Neapel“ zeigt. Das in dunklen Farben gehaltene, überdimensional große Werk (8,50 × 4,40 m) war im Jahre 1667 von den bayerischen Kurfürsten in Auftrag gegeben worden und seit seiner Vollendung 1671 schon vorhanden, bis es zur Einweihung der Kirche im Jahr 1675 seinen herausragenden Platz fand. Im rechten Querhausaltar ein prächtiges Bild von Carlo Cignani, dass dieser 1676 nach München gesandt hat, mit der Darstellung der "Heiligen Sippe" - ein Werk prächtig vitaler, oberitalienischer Barockmalerei, das von seiner Stimmung her genau das Gegenteil zum betrübten Gegenüber des Pestbildes darstellt.

Bedeutende Kunstwerke

  • Nischenfiguren der Fassade (Entwurf Ignaz Günther, Ausführung Roman Anton Boos)
  • Stuckreliefs mit Putten an der Fassade (Johann Baptist Straub)
  • Stuckatur im Innenraum (Giovanni Nicolò Perti und Abraham Leuthner, 1674)
  • Hochaltar (unbekannt), nach Tradition der Theatiner in Mensa und Altarwand geteilt
  • Hochaltarbild Maria auf dem Thron mit Heiligen zu ihren Füßen (Caspar de Crayer, 1646)
  • Hauptbild des linken Nebenaltars (Pestbild), (Joachim von Sandrart, 1667–1671)
  • Heiliger Kajetan auf der Mensa des linken Seitenaltars (Gottfried Stuber)
  • Altarbild Die heilige Sippe des Marienaltars (Carlo Cignani, 1676)
  • Tod des Heiligen Andreas Avellino (Johann Carl Loth, 1677)
  • Selige Margaretha von Savoyen (Antonio Triva)
  • Heiliger Georg (Josef Weis, 1760)
  • Die Heiligen Lucia, Apollonia, Margareta und Agatha (Pietro Liberi)
  • Schutzengel (Antonio Zanchi)
  • Statue Verkündigung Mariae auf der Mensa des Marienaltares (Georges Desmarées)
  • Statue des Evangelisten Markus (Balthasar Ableithner, 1670–1672), ursprünglich am Hochaltar
  • Kanzel und Beichtstühle (Andreas Faistenberger, 1686)
  • St.-Kajetan-Altar

Stuck

Der Innenraum der Theatinerkirche ist reich dekoriert mit Stuck. Im Stile des Barock und Rokoko sind darin sowohl korinthische Säulenelemente mit Akanthusblättern, als auch Ornamente und religiöse Figurationen eingearbeitet.

Orgeln

In der Theatinerkirche gibt es zwei Orgeln: Auf der Empore befindet sich die Hauptorgel aus dem Jahr 1961, gegenüber der Kanzel befindet sich die Seitenorgel aus dem Jahr 1950, die die Funktion einer Chororgel hat.

Hauptorgel

Die Hauptorgel wurde 1960–61 von Ludwig Eisenbarth (Passau) erbaut. Das Instrument hat elektropneumatische Taschenladen. Der Hauptspieltisch steht rechts unter dem Hochaltar und ist auf fünf Manuale ausgelegt. Vom 4. und 5. Manual aus lässt sich die Seitenorgel von 1950 ansteuern.

  • Koppeln: I/II, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P
  • Spielhilfen: Crescendowalze, 3 freie und 1 Pedalkombination, Cymbelstern

Seitenorgel

Die Seitenorgel wurde in den Jahren 1947 bis 1950 von Carl Schuster gegenüber der Kanzel errichtet. Das Taschenladen-Instrument hat 18 Register auf zwei Manualen und Pedal.

  • Koppeln: II/I, I/P, II/P

Grablege der Wittelsbacher

Die Kirche besitzt seit Anfang an wegen ihrer Funktion als Hofkirche auch eine Fürstengruft, die neben der Kirche St. Michael und dem Frauendom eine der wichtigsten Grablegen des bayerischen Herrscherhauses der Wittelsbacher ist. In der Regel wurden jedoch nur die Körper der Verstorbenen hier beigesetzt; die Herzen wurden meist in der Altöttinger Gnadenkapelle bestattet. Von den toten Wittelsbachern in der Theatinerkirche ruhen die meisten in der Fürstengruft (derzeit 47 Familienmitglieder) in Metallsarkophagen. Es sind dies:

  • 1. Herzogin Luise Margarete Antonie (18. September 1663 – 10. November 1665)
  • 2. Herzog Ludwig Amadeus Viktor (6. April 1665 – 11. Dezember 1665)
  • 3. ein tot geborener Prinz (4. August 1666)
  • 4. Herzog Kajetan Maria Franz (2. Mai 1670 – 7. Dezember 1670)
  • 5. Henriette Adelheid, Kurfürstin von Bayern (6. November 1636 – 13. Juni 1676) – (Gemahlin von Kurfürst Ferdinand Maria)
  • 6. Kurfürst Ferdinand Maria (31. Oktober 1636 – 26. Mai 1679)
  • 7. Herzog Leopold Ferdinand (22. Mai 1689 – 25. Mai 1689)
  • 8. Herzog Anton (1690 – 28. Juni 1690)
  • 9. Herzog Wilhelm (12. Juli 1701 12. Februar 1704)
  • 10. Herzog Alois (21. Juni 1702 – 18. Juni 1705)
  • 11. Herzog Max Emanuel Thomas (21. Dezember 1704 – 18. Februar 1709)
  • 12. Herzogin Maximiliana Maria (1723 – 12. April 1723)
  • 13. Kurfürst Max II. Emanuel (11. Juli 1662 – 26. Februar 1726)
  • 14. Therese Kunigunde von Polen, Kurfürstin von Bayern (4. März 1676 – 10. März 1730) – (Gemahlin von Kurfürst Max II. Emanuel)
  • 15. Herzog Josef Ludwig (25. August 1728 – 2. Dezember 1733)
  • 16. Herzog Maximilian Joseph Franz (11. April 1720 – 28. April 1738)
  • 17. Herzog Ferdinand Maria Innozenz (5. August 1699 – 9. Dezember 1738)
  • 18. Kaiser Karl VII. (6. August 1697 – 20. Januar 1745)
  • 19. Herzogin Maria (1748 – 30. September 1748)
  • 20. Unbenannter Prinz (*/† 28. Januar 1753)
  • 21. Herzogin Maria Anna (1754 – 31. Mai 1754)
  • 22. Unbenannter Prinz (*/† 23. Juni 1755)
  • 23. Kaiserin Maria Amalie (22. Oktober 1701 – 11. Dezember 1756) – (Gemahlin von Kaiser Karl VII.)
  • 24. Herzog Clemens Franz de Paula (19. April 1722 – 6. August 1770)
  • 25. Herzogin Maria Anna (7. August 1734 – 7. Mai 1776) – (Tochter von Kaiser Karl VII.)
  • 26. Kurfürst Maximilian III. Joseph (28. März 1727 – 30. Dezember 1777)
  • 27. Maria Anna von Pfalz-Sulzbach (22. Juni 1722 – 25. April 1790)
  • 28. Maria Anna von Sachsen, Kurfürstin von Bayern (29. August 1728 – 17. Februar 1797) – (Gemahlin von Kurfürst Max III. Joseph)
  • 29. Kurfürst Karl Theodor (11. Dezember 1724 – 16. Februar 1799)
  • 30. Herzog Maximilian Joseph Karl Friedrich (17. Oktober 1800 – 12. Februar 1803) – (Sohn von König Max I. Joseph)
  • 31. Prinzessin Maximiliana Josephe Karoline (21. Juli 1810 – 4. Februar 1821) – (Tochter von König Max I. Joseph)
  • 32. Max I. Joseph, König von Bayern (27. Mai 1756 – 13. Oktober 1825)
  • 33. Karoline Friederike, Königin von Bayern (13. Juli 1776 – 13. November 1841) – (zweite Gemahlin von König Max I. Joseph)
  • 34. Prinzessin Auguste Ferdinande von Österreich (1. April 1825 – 26. April 1864) – (Gemahlin von Prinzregent Luitpold)
  • 35. Otto I., König von Griechenland (1. Juni 1815 – 26. Juli 1867)
  • 36. Königin Amalie von Oldenburg (21. Dezember 1818 – 20. Mai 1875), Königin von Griechenland – (Gemahlin von König Otto I. von Griechenland)
  • 37. Prinzessin Alexandra (26. August 1826 – 8. Mai 1875) – (Tochter von König Ludwig I.)
  • 38. Prinzessin Irmingard (21. September 1902 – 21. April 1903) – (Tochter von Kronprinz Rupprecht)
  • 39. Prinz Arnulf (6. Juli 1852 – 12. November 1907) – (Sohn von Prinzregent Luitpold)
  • 40. Prinz Rudolf (30. Mai 1909 – 26. Juni 1912) – (Sohn von Kronprinz Rupprecht)
  • 41. Marie Gabrielle, Kronprinzessin von Bayern (9. Oktober 1878 – 24. Oktober 1912) – (Gemahlin von Kronprinz Rupprecht)
  • 42. Prinzregent Luitpold von Bayern (12. März 1821 – 12. Dezember 1912)
  • 43. Prinz Luitpold (8. Mai 1901 – 27. August 1914) – (Sohn von Kronprinz Rupprecht)
  • 44. Prinz Heinrich (24. Juni 1884 – 8. November 1916) – (Sohn von Prinz Arnulf)
  • 45. Prinzessin Therese (12. November 1850 – 19. September 1925) – (Tochter von Prinzregent Luitpold)
  • 46. Prinzessin Therese von Liechtenstein (28. Juli 1850 – 13. März 1938) – (Gemahlin von Prinz Arnulf)
  • 47. Kronprinz Rupprecht von Bayern (18. Mai 1869 – 2. August 1955) – (Sohn von König Ludwig III.)

Nicht in der Fürstengruft, sondern in einer Seitenkapelle des Hauptschiffes, sind in monumentalen Steinsarkophagen beigesetzt:

  • 48. Maximilian II., König von Bayern (28. November 1811 – 10. März 1864)
  • 49. Marie Friederike von Preußen, Königin von Bayern (15. Oktober 1825 – 17. Mai 1889) – (Gemahlin von König Max II.)

Siehe auch: Grabstätten europäischer Monarchen

Glocken

Das Geläut besteht aus fünf Kirchenglocken. Bruchstücke des zerstörten Vierergeläutes von St. Michael sind in die Glockenspeise der Michaelsglocke eingeschmolzen worden.

Jeden Samstag um 15 Uhr wird für fünf Minuten mit allen Glocken der Sonntag eingeläutet. Zu den Sonntagsmessen läutet eine Viertelstunde vor Beginn die große Glocke, fünf Minuten vorher alle Glocken. Werktags wird nicht geläutet.

Allerseelenbruderschaft

Die 1615 in der Hofkapelle St. Laurentius im Alten Hof gegründete Allerseelenbruderschaft wurde nach Abbruch der Laurentiuskapelle 1816 in die Theatinerkirche übertragen und heißt seitdem Allerseelenbruderschaft bei St. Kajetan.

Literatur

  • Georg Dehio (Begr.), Ernst Götz (Bearb.): München und Oberbayern (Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler; 4). Deutscher Kunstverlag, München 1990, ISBN 3-422-03010-7, S. 705.
  • Klaus Gallas: München. Von der welfischen Gründung Heinrichs des Löwen bis zur Gegenwart: Kunst, Kultur, Geschichte. DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-1094-3 (DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer). 
  • Alfred Kaiser: Theatinerkirche St. Kajetan. München. Schnell und Steiner, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7954-4023-7 (Reihe: Kleine Kunstführer/Kirchen und Klöster). 
  • Joseph Koegel: Geschichte der St. Kajetans-Hofkirche, der Theatiner und des Königl. Hof- und Kollegiatsstiftes in München. Herder, München 1899. 

Weblinks

  • Internetauftritt der Dominikaner an der Theatinerkirche
  • muenchen.de: Theatinerkirche
  • Fotogalerie der Theatinerkirche / des Dominikanerklosters St. Kajetan
  • 360° interaktives Panorama der Theatinerkirche (Flash)

Einzelnachweise


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