Schloss Greifenberg

Hauptstraße, Greifenberg

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Schloss Greifenberg ist ein ehemaliger herrschaftlicher Wohnsitz in der Gemeinde Greifenberg im Landkreis Landsberg am Lech in Oberbayern. == Geschichte == Es wird angenommen, dass die ehemalige Veste Greifenberg, die in der Nähe des Ammersees liegt, eine Gründung der Grafen von Andechs war, die in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts Güter von der Amper bis zur Paar besaßen. Nach dem Tod des letzten Grafen von Andechs 1248 gelangte die Burg in den erblichen Besitz eines ihrer Ministerialengeschlechter, in dem der Taufname Grypho (= Gripho, Griffo, Greiff). besonders gebräuchlich war.

Kategorie des Ortes
Schloss
Adresse
Hauptstraße, Greifenberg

Beschreibung

Schloss Greifenberg ist ein ehemaliger herrschaftlicher Wohnsitz in der Gemeinde Greifenberg im Landkreis Landsberg am Lech in Oberbayern.

Geschichte

Es wird angenommen, dass die ehemalige Veste Greifenberg, die in der Nähe des Ammersees liegt, eine Gründung der Grafen von Andechs war, die in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts Güter von der Amper bis zur Paar besaßen. Nach dem Tod des letzten Grafen von Andechs 1248 gelangte die Burg in den erblichen Besitz eines ihrer Ministerialengeschlechter, in dem der Taufname Grypho (= Gripho, Griffo, Greiff). besonders gebräuchlich war. Der Name Greif wurde Geschlechtsname der Familie und die erblich zugewiesene Burg Greifenberg genannt. Die Mitglieder der Familie nannten sich die ‚Greifen von Greifenberg‘. Als letzter Träger dieses Namens taucht urkundlich Eberhard Greif von Greifenberg auf, der für 1414–1416 als Abt des Klosters Wessobrunn genannt wird, während eine Liste der Äbte und Pröpste des Klosters Wessobrunn für denselben Zeitraum Eberhard Stopfer als Abt ausweist, möglicherweise ein unehelicher Nachfahre aus dem Hause Greifenberg.

Als Erwerber und Gründer Greifenbergs wird Gripho de Andechs angesehen, der in einem Fundationsbrief von 1230 zu Scheyern als Dienst- und Lehensmann des Herzogs Otto II. von Meran genannt wird; 1257 wird er als Gripho de Greifenberg urkundlich erwähnt.

1396 nahm Hans der Greif am Kreuzzug von Nikopolis König Sigismunds gegen die in Ungarn eingefallenen Türken teil. Die Schlacht von Nikopolis in der walachischen Donauniederung endete mit einer schweren Niederlage der Kreuzritter. Sultan Bajesid, der Sieger, ließ Tausende von ihnen hinrichten, darunter wohl auch Hans der Greif, der der letzte Burgbesitzer dieses Namens war.

Anschließend kam die Veste Greifenberg als Erbgut an die Schweiker von Gundelfingen, die 1404 ihr Erbe teilten. Auf Greifenberg saß nun Georg von Gundelfingen, der aber die Veste 1410 bereits wieder an die Familie des Herzogs von Bayern verkaufte. Bei der angefallenen Teilung des Landshuter Landesanteils zwischen den bayerischen Herzögen Albrecht IV. und Wolfgang fiel Greifenberg zusammen mit den Schlössern Lichtenberg und Hegnenberg an Wolfgang. Herzog Wolfgang, der in Schloss Lichtenberg Wohnung nahm, setzte Erhard von Perfall als Burgvogt von Greifenberg ein und überließ dann diesem 1478 die Burg und Pflege zusammen mit allen Hofmarksgütern für 4.000 Gulden.

Die Hofmark Greifenburg wurde 1507 als sogenanntes „freies, lediges Eigen“ von den herzoglichen Brüdern endgültig an ihren Hofmeister Erhard von Perfall verkauft. Bis ins 19. Jahrhundert war dann stets ein Perfall Herr von Greifenberg, dem auch das Patrimonialgericht der Hofmark unterstand. Im Jahre 1849 wurde das Patrimonialgericht, dem die Ortschaften Beuern, Eching, Pflaumdorf, Oberschondorf und teilweise auch Unterschondorf zugeordnet waren, aufgelöst.

Literatur

  • Maximilian von Perfall: Urkundliche Mittheilungen über Schloß Greifenberg und seine Besitzer. München 1846 (Volltext).

Weblinks

  • Gemeinde Greifenberg, Gekürzte angepasste Fassung (Memento vom 9. Mai 2008 im Internet Archive)

Einzelnachweise

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