Affenberg Salem

Prälatenweg, Mimmenhausen, Salem

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Der Affenberg Salem ist ein Tierpark westlich von Salem im Bodenseekreis und zugleich Deutschlands größtes Affenfreigehege. Die Hauptattraktion des über 20 Hektar großen Waldstückes sind 200 Berberaffen (Macaca sylvana), die sich dort frei bewegen und von den Besuchern mit speziell zubereitetem Popcorn gefüttert werden können. Von den Besucherzahlen der Touristenattraktionen des Bodenseegebietes rangiert der Affenberg Salem auf dem 5. Platz. == Geschichte == Gründer und Eigentümer des Parks ist der elsässische Baron Gilbert de Turckheim.

Kategorie des Ortes
Zoo
Adresse
Prälatenweg, Mimmenhausen, Salem

Beschreibung

Der Affenberg Salem ist ein Tierpark westlich von Salem im Bodenseekreis und zugleich Deutschlands größtes Affenfreigehege. Die Hauptattraktion des über 20 Hektar großen Waldstückes sind 200 Berberaffen (Macaca sylvana), die sich dort frei bewegen und von den Besuchern mit speziell zubereitetem Popcorn gefüttert werden können. Von den Besucherzahlen der Touristenattraktionen des Bodenseegebietes rangiert der Affenberg Salem auf dem 5. Platz.

Geschichte

Gründer und Eigentümer des Parks ist der elsässische Baron Gilbert de Turckheim. Das erste Gehege, La Montagne des Singes, eröffnete er 1969 in Kintzheim im Elsass, das zweite 1974 im südfranzösischen Rocamadour. 1976 kam der „Affenberg Salem“ auf Pachtland des Schlosses Salem dazu. Das Konzept sieht eine Beschränkung auf eine Tierart auf großzügig dimensionierten Flächen vor. Deswegen soll sich das Verhalten der Tiere in Salem nicht von denen unterscheiden, die in freier Wildbahn leben, außer dass die Affen von den Besuchern gerne Popcorn annehmen, welches speziell zubereitet wird. 2005 wurde noch ein weiteres Affengehege in Trentham in Staffordshire (England) geschaffen. Parkdirektor ist seit 2006 der Zoologe und promovierte Primatologe Roland Hilgartner.

Tierbestand

Die Heimat der Berberaffen ist Marokko und Algerien, dort leben sie in Gebirgen in bis zu 2000 Metern Höhe. Die Tiere fühlen sich auch am Bodensee wohl, da das Klima dort dem ihrer Heimat sehr ähnelt. Die Berberaffen sind vom Aussterben bedroht. Weltweit existieren noch rund 10.000 Tiere. Eine Population kann Experten zufolge nur überleben, wenn ihr mindestens 150 Exemplare angehören. Aus diesem Grund bildet der Affenberg Salem einen wichtigen Reservebestand. 1986 konnte sogar eine ganze Gruppe von Tieren wieder ins Freiland in Nordafrika ausgewildert werden. Derzeit (Stand 2011) gibt es auf dem Affenberg drei Primatengruppen mit über 200 Tieren. Zwei haben sich entlang des Besucherpfades angesiedelt, eine dritte eher menschenscheue Gruppe hat in einem für Touristen abgesperrten Bereich ihr Streifgebiet. Ihr Verhalten kommt den Artgenossen in Nordafrika am nächsten, damit wären sie für eine Auswilderung geeignet. Berberaffen leben in gut organisierten Sozialverbänden von 60 bis 80 Tieren, sie stehen ständig in Kommunikation untereinander, stoßen verschiedenste Laute aus oder bedienen sich einer ausdrucksstarken Mimik. In einer Gruppe leben bis zu 30 Weibchen. Die Leitung des Affenbergs hat sich vor Jahren dafür entschieden, ihnen ein Hormonimplantat zu injizieren, das es erlaubt, die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft unter den Primaten zu verringern, und somit eine Möglichkeit der Bestandskontrolle darstellt. Am Affenberg beginnt die Brunftzeit im Oktober und dauert bis Januar/Februar. Die Tragzeit dauert im Regelfall fünfeinhalb Monate.

Die „Amtszeit“ eines Alpha-Männchens dauert auf dem Affenberg im Schnitt zwei bis fünf Jahre und hängt vom Konkurrenzdruck ab. 2009/2010 wurde der Primat „Adonis“ von seinem fünf Jahre jüngeren Bruder „Augustus“ gestürzt, nachdem „Adonis“ sich vermutlich bei einem Machtkampf einen Oberschenkelbruch zugezogen hatte und die Gruppe für einige Zeit verlassen musste. Das Alpha-Weibchen ist die 1988 geborene Berberaffendame „Ragana“.

Neben der Bedeutung als touristischer Anziehungspunkt genießt der Affenberg international eine hohe Reputation als Forschungsstandort. Knapp die Hälfte von dem, was man heute über Berberaffen weiß, stammt vom Affenberg. Es besteht eine Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, der Universität Zürich sowie mit dem Deutschen Primatenzentrum in Göttingen.

In einer angegliederten Damwildanlage kann das Damwild beobachtet werden. Des Weiteren befindet sich eine Storchenstation in der Nähe, die rund 40 Störche zählt.

Sonstiges

Der Tierpark zeichnet sich dadurch aus, dass keine trennenden Gitter oder Gräben den Besucher von den Berberaffen abschirmen. Der Besucher bewegt sich auf festen angelegten Wegen mit Holzzäunen durch den naturbelassenen Wald. Die Besucher bekommen im Normalfall nur rund ein Drittel des gesamten Geländes zu sehen. Die Tiere können sich in dem naturnahen Gehege wie in freier Wildbahn bewegen. Es gibt einen 600 Meter langen Rundweg. 2011 wurde ein für den Besucher gut einsehbares neues Wasserbecken für die Affen geschaffen und ein neuartiges naturkundliches Informationssystem installiert. Auch in der weitläufigen Damwildanlage bewegt man sich frei unter den Tieren. Am Eingang befindet sich ein Storchenweiher, eine Brutkolonie frei fliegender Störche, die täglich zweimal gefüttert werden.

Der Affenberg hat alljährlich von Anfang November bis Mitte März Winterpause. Die Winterpause gilt für die Affen als ungestörte Paarungszeit.

Literatur

  • Der Affenberg Salem. Selbstverlag, 1979

Weblinks

  • Offizielle Website

Einzelnachweise

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