Bertoldsbrunnen

Altstadt, Freiburg im Breisgau

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Der Bertoldsbrunnen ist ein Denkmal in der Altstadt von Freiburg im Breisgau. Er befindet sich auf der gleichnamigen Kreuzung der Salz- und der Bertoldstraße mit der Kaiser-Joseph-Straße. Der Brunnen ist einer der zentralen Punkte der Stadt. An ihm befindet sich die gleichnamige Haltestelle, an der alle fünf Straßenbahnlinien der Freiburger Verkehrs AG halten. == Geschichte == Bis 1806 stand auf der Kreuzung der Kaiser-Joseph-Straße und der Salzstraße der Fischbrunnen.

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Altstadt, Freiburg im Breisgau

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Beschreibung

Der Bertoldsbrunnen ist ein Denkmal in der Altstadt von Freiburg im Breisgau. Er befindet sich auf der gleichnamigen Kreuzung der Salz- und der Bertoldstraße mit der Kaiser-Joseph-Straße. Der Brunnen ist einer der zentralen Punkte der Stadt. An ihm befindet sich die gleichnamige Haltestelle, an der alle fünf Straßenbahnlinien der Freiburger Verkehrs AG halten.

Geschichte

Bis 1806 stand auf der Kreuzung der Kaiser-Joseph-Straße und der Salzstraße der Fischbrunnen. Weil hier ein neuer Brunnen aufgestellt werden sollte, wurde der alte Fischbrunnen in der Kaiser-Joseph-Straße nach Norden auf die Höhe der Münsterstraße verschoben. Er wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, eine Kopie wurde danach auf der Nordseite des Münsterplatzes aufgestellt.

Der neue Brunnen an der Straßenkreuzung Salz- und Kaiser-Joseph-Straße wurde im Jahre 1807 zur Erinnerung an den 5. Mai 1806 erbaut, an dem die Freiburger ihrem neuen Landesherren Kurfürst Karl Friedrich von Baden, der im Juni 1806 zum Großherzog aufsteigen sollte, den Huldigungseid schworen. Das „Denkmal der Herzöge von Zähringen“ galt jedoch nicht nur Friedrich, der den Titel Großherzog von Baden, Herzog von Zähringen führte. Ebenso war es Zeichen der Verehrung der Herzöge Berthold III., dem Gründer Freiburgs, Konrad I., dem Erbauer des Münsters und Albert von Österreich, dem Stifter der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Dies wurde durch lateinische Inschriften im Postament des Brunnens ausgedrückt, übersetzt:

  • Nordseite:
  • Ostseite:
  • Südseite:
  • Westseite:

Das Denkmal entstand nach Plänen des Freiburger Stadtrates Ferdinand Weiß, die durch den badischen Baudirektor Friedrich Weinbrenner begutachtet und verändert wurden. Errichtet wurde der Brunnen vom Maurer- und Steinhauermeister Johann Georg Riescher (1759–1827), während der Bildhauer Franz Xaver Hauser das Modell, die Inschriften und die Statue ausführte. Letztere zeigte Berthold III. von Zähringen, dargestellt als geharnischter Ritter mit Schild und Speer. Das Standbild war nach Osten gerichtet, gegen die benachbarte Stammburg der Zähringer.

Sie wurde auf einem hohen quadratischen Postament angebracht, für das Rischer vertragsmässig „den grossen 10½ Schuh langen, 5½ Schuh breiten und 1 Schuh dicken Altarstein aus der abgebrochenen Dominikanerkirche“ zu verwenden hatte. Die restlichen Steine stammten aus einer Steingrube in Mussbach, das heute zu Freiamt gehört. Die Kosten des Monuments beliefen sich auf 3806 Gulden. Riescher wurde bei seinen Arbeiten an Trog und Säule von Hauser unterstützt, der in der Folge dafür gerügt wurde, dass sich die Fertigstellung der Statue verschob. Vinzenz Hauser (1759–1831), ein Bruder Franz Xavers, war für Vergoldearbeiten am Denkmal zuständig.

Im Jahre 1888 wurde zur Erleichterung des Verkehrs das frühere achteckige Brunnenbecken entfernt und stattdessen an jeder Seite des Unterbaues durch den Bildhauer Julius Seitz eine Schale angegliedert, deren Träger in stilisierten Tiergestalten die vier Elemente versinnbildlichten. Im Jahr 1904 wurde der Brunnen zudem 2,50 Meter nach Norden verschoben, um der Gleisänderung der elektrischen Straßenbahnen gerecht zu werden. Die Angaben der Freiburger Zeitung bzw. dessen Beilage Freiburger Stadtanzeiger, dass der Bertoldsbrunnen noch zu dieser Zeit im Volksmund als Fischbrunnen bezeichnet wurde, ist irrig, da der Fischbrunnen 1806 als Nachbarbrunnen in nördlicher Richtung versetzt worden war und durchgehend seinen Namen behielt.

Der Zähringer-Brunnen wurde am 27. November 1944 während eines britischen Luftangriffs vollständig von Bomben zerstört. Das Angebot des Freiburger Bildhauers Hugo Knittel, eine kostenlose Nachbildung der alten Figur zu erstellen, wurde vom für den Wiederaufbau zuständigen Joseph Schlippe abgelehnt, da man nun einen „zeitlosen“ Brunnen erstellen wollte. Knittels Entwurf basierte teilweise auf Vorkriegsfotografien, die von der Unternehmergattin Annemarie Brenzinger angefertigt worden waren.

Schließlich entschied sich das Kuratorium Bertoldsbrunnen, das 1957 gebildet worden war, für den Entwurf von Nikolaus Röslmeir (1901−1977). Er sah ein relativ abstraktes Denkmal vor: einen etwa vier Meter hohen Kalksteinsockel, der in einem flachen Wasserbecken (Brunnen) steht und auf dem sich ein Reiterstandbild befindet. Die gesamte Form des Brunnens mit Standbild ist vom gotischen Spitzbogen inspiriert, der eine Verbindung zum Freiburger Münster herstellen soll. Der Sockel trägt die Inschrift Den Herzögen von Zähringen, Gründern und Herren von Freiburg im Breisgau. Die Wappen der (Schweizer) Zähringerstädte wurden nicht in den Sockel eingearbeitet, da dies den Gesamteindruck geschwächt hätte. Die Grundlage für den Reiter lieferte ein Siegelbild aus dem Mittelalter.

Der Brunnen wurde durch Spenden finanziert, die gesammelt worden waren, nachdem der Stadtrat dies im Februar 1958 zur Bedingung gemacht hatte. Die Kosten für den Brunnen betrugen 120.000 DM. Am 15. November 1965 legte Oberbürgermeister Eugen Keidel den Grundstein. Am 27. November 1965, dem Jahrestag des Bombenangriffes von 1944, konnte der Brunnen der Öffentlichkeit übergeben werden, die wegen der abstrakten Gestaltung des in Bronze gegossenen Ritters nicht zufrieden war.

Im Jahr 1972 wurde die Kaiser-Joseph-Straße zur Fußgängerzone. Dies führte 1979 zum Umzug des Brunnens von der Straßenbahninsel nördlich der Kreuzung zu seinem heutigen Platz in deren Mitte. Gleichzeitig wurde die Brunnenschale abgenommen und das Monument in ein in den Boden eingelassenes Wasserbecken gesetzt.

Der Bertoldsbrunnen war vom 10. Juni 2014 bis Ende Oktober selben Jahres aufgrund einer Großbaustelle der Freiburger Verkehrs AG und der Badenova, welche Schienen und Kanäle in diesem Bereich sanierten, nicht öffentlich zugänglich. In dieser Zeit wurde auch die Brunnenbeleuchtung auf LED umgestellt.

2017 wurde der Brunnen in zwei Nächten mit Hochdruckreinigern gereinigt. Dazu mussten die Fahrleitungen der Stadtbahnen vom Netz genommen werden.

Literatur

  • Hans Schadek: Freiburg, ehemals - gestern - heute, Die Stadt im Wandel der letzten 100 Jahre, Steinkopf Verlag, 2004
  • Friedrich Kempf: Oeffentliche Brunnen und Denkmäler. in: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten, H. M. Poppen & Sohn, Freiburg 1898, S. 486 f

Einzelnachweise

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